Unfall bei Waldhof – «Tote hätten verhindert werden können»

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Unfall bei Waldhof«Tote hätten verhindert werden können»

WALDHOF - Der heutige dramatische Unfall fand auf einem dreispurigen Abschnitt der N 11 statt. Dort gilt ein Tempolimit von 110 km/h – «aberwitzig», sagen Kritiker.

Die Sécurité Routière reagiert mit Empörung auf den tödlichen Verkehrsunfall heute Morgen bei Waldhof. «Müssen wir erst zwei Tote auf dem Gewissen haben, um die Dinge zu verändern», fragt sich Vereinspräsident Paul Hammelmann. Am Morgen waren bei dem Zusammenprall auf einem dreispurigen Abschnitt der Nationalstraße 11 zwischen Gonderingen und Waldhof zwei Menschen ums Leben gekommen, ein weiterer wurde lebensgefährlich verletzt. Insgesamt fünf Fahrzeuge waren in den Crash verwickelt.

Die Sécurité Routière kritisiert das Tempolimit auf dem Abschnitt, das auf 110 km/h festgelegt ist. «Diese Strecke ist extrem gefährlich. Heute werden solche Straßen nicht mehr gebaut. Die drei Fahrbahnen sollten verboten werden. 110 km/h auf solch einer Straße ist gegen alle Regeln der Kunst. Das ist die selbe Geschwindigkeit, die bei Regenwetter auf der Autobahn erlaubt ist», sagt Hammelmann, der daran erinnert, dass sein Verein bereits seit 2004 eine Senkung der Geschwindigkeitsbegrenzung auf der Echternacher Strecke fordert.

«Problem sofort lösen»

Im Transportministerium weist man darauf hin, dass eine Arbeitsgruppe derzeit mit der Überprüfung der Tempolimits in Luxemburg befasst sei. Der Ort, an dem der Unfall passiert sei, ist als «schwarzer Fleck» auf der Straßenkarte markiert, erklärt Dany Frank, Sprecherin des Ministeriums.

Für Paul Hammelmann ist es hingegen Zeit zu handeln. «Alles geht zu langsam. Zwei Leben hätten gerettet werden können.» Die Sécurité Routière fordert eine sofortige Änderung der Tempo-Vorschriften. «Die Schilder kann man innerhalb weniger Tage tauschen. Nichts zu unternehmen würde eine unterlassene Hilfeleistung für gefährdete Personen bedeuten.» Das Ministerium erklärt, dass der Vorschlag der Sécurité Routière geprüft werden soll und schnellstmöglich Lösungen gefunden werden sollen.

(Juliette Devaux/L'essentiel)

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