Marokko – Tote und Verletzte bei Terroranschlag
Publiziert

MarokkoTote und Verletzte bei Terroranschlag

Auf dem Hauptplatz von Marrakesch hat sich eine folgenschwere Explosion ereignet: 14 Personen kamen ums Leben, 20 wurden verletzt. Es handelt sich um einen Anschlag.

Bei einer Explosion in einem bei ausländischen Touristen beliebten Café in Marrakesch sind nach Angaben des marokkanischen Innenministeriums 14 Menschen ums Leben gekommen und 20 verletzt worden. Nach Angaben des marrokanischen Innenministeriums handelt es sich um einen Terroranschlag. Die Nationalität der Opfer blieb zunächst unklar.

Das zerstörte Café Argana befindet sich auf dem berühmten Djemma-el-Fna-Platz im Zentrum von Marrakesch, der zum UNESCO-Weltkulturerbe zählt. Die Explosion kurz vor der Mittagsstunde riss die gesamte Fassade des terracottafarbenen Gebäudes auf.

Augenzeugen berichteten von chaotischen Szenen auf dem bei Touristen wegen seiner Schlangenbeschwörer, Feuerschlucker und der Medina beliebten Platz. «Es gab einen riesigen Knall, es stieg viel Rauch auf und es regnete Trümmer. Hunderte Menschen rannten in Panik umher, einige hin zum Café, andere weg vom Platz. Die gesamte Fassade des Cafés wurde weggesprengt», sagte der Londoner Andy Birnie der Nachrichtenagentur AP. Er verbringt seine Flitterwochen in Marrakesch.

Einheimische vermuten eine Gasexplosion

«Es war Mittagszeit, deshalb war viel los auf dem Platz», sagte Birnie. «Wir haben den Platz gerade betreten, waren aber durch ein paar Stände abgeschirmt. Einheimische sagten uns, dass Gasflaschen explodiert seien.»

Auch der 34-jährige portugiesische Tourist Alexandre Carvalho wurde Zeuge der Explosion. «Ich bin gerade auf dem Platz angekommen, dort, wo die meisten Cafés sind. Plötzlich hörte ich diese schwere Explosion», sagte er. Er habe mit dem Rücken zu ihr gestanden. «Ich habe mich umgedreht, um sie zu sehen. Mindestens zehn Menschen wurden verletzt», sagte er. Menschen mit Feuerlöschern seien zum Café gerannt. Einige Personen seien weggetragen worden. Ihrer Kleidung nach seien die meisten Verletzten Touristen gewesen, sagte Carvalho.

Marokko blieb in den vergangenen Jahren von folgenreichen Terroranschlägen weitgehend verschont. 2003 verübten mehrere Selbstmordattentäter in Casablanca einen Anschlag, bei dem einschließlich der Attentäter 45 Menschen ums Leben kamen. Die marokkanischen Behörden haben seitdem regelmäßig mutmaßliche Terroristen festgenommen.

Erste Bewegtbilder vom Dschamaa-Lafna-Platz:

L'essentiel Online/dpa/20min.ch

Deine Meinung