Endlose Baustelle – Traum vom Eigenheim wird zum Albtraum

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Endlose BaustelleTraum vom Eigenheim wird zum Albtraum

LUXEMBURG – Vor drei Jahren hat Estelle eine Wohnung in Eischen gekauft. Sie zog ein, doch bis heute ist ein Teil des Hauses ohne Dach. Nun drohen verschimmelte Wände.

Die Hälfte des Hauses ist fertig, die andere nicht. Seit drei Jahren sind die Bauarbeiten in Eischen nicht vorangekommen.

Die Hälfte des Hauses ist fertig, die andere nicht. Seit drei Jahren sind die Bauarbeiten in Eischen nicht vorangekommen.

L'essentiel

305 000 Euro hat Estelle (Name von der Redaktion geändert) 2008 für ihre Eigentumswohnung bezahlt. Sie war vom Bauträger zum Teil renoviert, zum Teil ganz neu gebaut worden. Estelle zog in die bereits fertige Hälfte ihrer Wohnung, doch dann war es mit Traum vom Eigenheim für die Mutter und ihren Sohn vorbei. «Die Arbeiten wurden nie fertiggestellt – weder in meiner Wohnung, noch im neuen Gebäudeteil. Es geht nicht voran. Ich warte noch immer darauf, an die Heizung im Neubau angeschlossen zu werden und jetzt ist die alte Heizung auch noch kaputt.»

Der Bauträger ist sich der Situation durchaus bewusst: «In gewissem Sinne haben wir einen Fehler gemacht. Die Bauarbeiten sind schlecht verlaufen. Doch das was so nie gewollt oder geplant. Ich habe bereits 120 000 Euro aus eigener Tasche in das Projekt gesteckt», erklärt der Bauträger gegenüber «L’essentiel».

Feuchtigkeit in den Wänden

Die herannahende kalte Jahreszeit dürfte zudem die Situation verschlechtern: Hinter dem unfertigen Bau ist der Boden bereits abgerutscht, wegen des fehlenden Dachs am Neubau dringt bei jedem Regen Wasser ein. «Die Wände in meiner Küche und im Zimmer meines Sohns sind feucht», beschwert sich Estelle. «Es tut mir leid, aber seit die Eigentümergemeinschaft mir im vergangenen Frühjahr die Bauherrenschaft entzogen habt, kann ich nichts mehr tun», heißt es beim Bauträger.

Zu den Sorgen um die Immobilie kommt ein Geldproblem: Estelles Notar will die letzte Kredittranche für den Hauskauf nicht freigeben. Den Bauträger stört das nicht: «Wir werden die Bezahlung jedenfalls nicht verlangen.»

L’essentiel Online mit Patrick Théry

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