Kommunalwahlen – Trauriger Tag für Hollande

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KommunalwahlenTrauriger Tag für Hollande

Erfolge für die Front National in Frankreich – die rechtsextreme Partei wird wahrscheinlich 15 Städte regieren. Ein schlechtes Zeichen für den französischen Präsidenten.

Der Stimmungstest für den umstrittenen Hollande ist schlecht ausgefallen, diesdürfte nun zu einer Regierungsumbildung in Frankreich führen.

Der Stimmungstest für den umstrittenen Hollande ist schlecht ausgefallen, diesdürfte nun zu einer Regierungsumbildung in Frankreich führen.

Keystone

In der zweiten Runde bei den französischen Kommunalwahlen haben die Sozialisten von Präsident Hollande starke Verluste erlitten. Der rechtsextreme Front National dagegen konnte Erfolge verbuchen.

Die sozialistische Partei von Frankreichs Präsident François Hollande hat in der zweiten Runde der Kommunalwahlen schwere Verluste hinnehmen müssen. Laut ersten Hochrechnungen verlor sie am Sonntag in zahlreichen Städten und Kommunen ihre Mehrheit an die Konservativen. «Das Votum ist eine Niederlage für die Regierung», sagte Premierminister Jean-Marc Ayrault.

Machtwechsel in 50 Städten

Erfolge konnte hingegen der rechtsextreme Front National verbuchen. Der Partei könnten bis zu 15 Städte zufallen, sagte Innenminister Manuel Valls. Demnach müssen seine Sozialisten die Macht in rund 50 Städte voraussichtlich an die Konservativen abtreten.

In rund 6500 französischen Städten und Gemeinden wurden am Sonntag in Stichwahlen Bürgermeister und Stadträte bestimmt. Die Wahlbeteiligung lag unter 62 Prozent.

Herbe Niederlage

Die Wahl wurde als Stimmungstest für den umstrittenen Hollande gewertet und dürfte nun zu einer Regierungsumbildung führen. Regierungssprecherin Najat Vallaud-Belkacem sagte: «Es ist in erster Linie eine Niederlage für die Linke. Es ist ein trauriger Abend.»

Die einzige gute Nachricht für Hollande war, dass Paris in der Hand der Sozialisten bleibt. Bei der Stichwahl um das Bürgermeisteramt der Hauptstadt setzte sich die Sozialistin Anne Hidalgo gegen ihre Konservative Nathalie Kosciusko-Morizet durch. Damit bekommt die Hauptstadt erstmals eine Bürgermeisterin. Sie sei sich dieser Herausforderung bewusst, erklärte Hidalgo in ihrer Siegesrede. Sie war bereits seit 13 Jahren stellvertretende Bürgermeisterin der Hauptstadt.

Erfolge für Front National

Der rechtsextreme Front National, der in der ersten Runde vergangene Woche bereits einen überraschend grossen Erfolg verbuchen konnte, gewann weitere Rathäuser hinzu. Die Partei von Marine Le Pen kann den Hochrechnungen zufolge in Fréjus und Béziers Bürgermeister stellen.

Allerdings scheiterte die Partei in Avignon oder Perpignan. Im Falle eines Siegs in Avignon hatte der Direktor des berühmten Theaterfestivals Olivier Py gedroht, das berühmte Theaterfestival von dort abzuziehen.

Sieg bereits letzten Sonntag

Einen Direktsieg hatte die Partei bereits am vergangenen Sonntag in Hénin-Beaumont in der Region Nord-Pas-de-Calais errungen. Insgesamt holte der FN in der ersten Runde knapp 4,7 Prozent. Mit ihrem Abschneiden bei den Kommunalwahlen will sich die Rechtsaussen-Partei für die Europawahlen Ende Mai in Position bringen.

Hollandes regierende Sozialisten waren bei den Kommunalwahlen 2008 siegreich gewesen, am Sonntag verloren sie eine Reihe mittelgrosser Städte wie Reims. Die Resultat spiegelt die geringe Popularität Hollandes wider.

(L'essentiel/sda)

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