Mit Anwälten verschanzt – Travis Scott erstmals seit Tragödie gesichtet
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Mit Anwälten verschanztTravis Scott erstmals seit Tragödie gesichtet

Für einen kurzen Moment verließ der Rapper seine Villa. Derweil steigt die Zahl der Todesopfer auf 9: Eine 22-jährige Festivalbesucherin erlag am Donnerstag ihren Verletzungen.

Das Astroworld-Festival des US-Rappers Travis Scott endete in einer Tragödie: Acht Menschen kamen in einer Massenpanik ums Leben, Hunderte weitere Personen wurden verletzt. Dem Rapper wird von Fans vorgeworfen, dass die Eskalation auch in seiner Verantwortung liege und er sich zu wenig um die Sicherheit des Publikums gekümmert habe. Jetzt wurde der 30-Jährige erstmals seit der Tragödie gesichtet – vor seiner 14-Millionen-Dollar-Villa in Houston.

Dort verschanzt sich der Rapper derzeit mit seiner Freundin Kylie Jenner (24). Bilder, die der «Daily Mail» vorliegen, zeigen, wie Travis vor seiner Villa steht und telefoniert. Dabei geht er auf und ab und kehrt den Kameras stetig den Rücken zu. Auch ein hochkarätiges Anwaltsteam ist auf den Aufnahmen zu sehen. Zudem sind mindestens fünf Sicherheitsleute vor Ort, um den Musiker rund um die Uhr zu bewachen, so die Zeitung.

22-Jährige verstirbt im Krankenhaus

Am Donnerstag hat sich die Zahl der Todesopfer zudem von acht auf neun erhöht. Eine 22-jährige Studentin aus Texas erlag ihren schweren Verletzungen im Krankenhaus, nachdem sie bereits am Dienstag für hirntot erklärt wurde.

Der Vater der Verstorbenen berichtet laut der «Daily Mail», dass die 22-Jährige das Konzert zusammen mit ihrer Schwester und ihrer Cousine besucht habe. Aufgrund der Maßenpanik habe sie die beiden allerdings aus den Augen verloren. Kurze Zeit später wurde sie verletzt ins Krankenhaus gebracht, wo sie nun verstarb. «Sie war wie ein Engel für uns», so der Vater in einem Pressestatement. Und weiter: «Bitte fordert alle Gerechtigkeit.»

Und genau das tun die Betroffenen auch: Mehr als 150 Menschen sollen bereits rechtlich gegen den US-Rapper vorgegangen sein, berichten diverse Anwälte. Sie werfen Travis Scott Anstiftung zum Chaos und Fahrlässigkeit vor. Die Klagen könnten den Rapper mehrere Milliarden Dollar kosten.

Polizeichef soll Travis vor dem Konzert gewarnt haben

Die Polizei hatte schon vor dem Konzert Bedenken wegen der riesigen Menschenmassen, berichtet die «New York Times». Demnach habe der Polizeichef von Houston, Troy Finner, vor der Show mit dem Rapper und dessen Sicherheitsteam gesprochen und seine Sorge bezüglich der «Energie in der Menge» geäußert.

Offiziell waren 1283 Sicherheitsleute – 755 private Securitys und 528 Polizisten – bei dem Event mit rund 50’000 Fans mit dabei. Vor zwei Jahren, als das Astroworld-Festival zum ersten Mal stattfand, waren es lediglich 47 private Securitys. Den Verantwortlichen sei demnach laut Finner klar gewesen, dass ein erhebliches Risiko von den Konzertbesucherinnen und Konzertbesuchern ausgeht.

Travis will Beerdigungskosten zahlen

Der US-Rapper hat nach seinem kurzen Video-Statement auf Instagram angekündigt, dass er die Beerdigungskosten für die Opfer der Tragödie tragen werde. Zudem möchte er seinen Fans kostenlose psychologische Hilfe anbieten, weswegen er eine Partnerschaft mit «Better Help», einem Netzwerk aus Fachkräften für mentale Gesundheit, eingegangen sei. Auch die Eintritte für die Show soll er allen Fans zurückerstattet haben.

Dennoch kann der Rapper nicht ungeschehen machen, was vergangenen Freitag passiert ist. Besonders die Tatsache, dass er nach dem Unglück mit Rapper Drake (35) eine After-Party feierte, sorgt derzeit bei Fans für Wut. Travis seinerseits behauptet, dass er zu diesem Zeitpunkt nicht gewusst habe, wie ernst die Situation am Konzert gewesen ist. Sobald er von den Todesfällen erfuhr, habe er die Party sofort verlassen.

(L'essentiel/Lara Hofer)

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