In Luxemburg – Trickbetrüger treibt wieder sein Unwesen

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In LuxemburgTrickbetrüger treibt wieder sein Unwesen

WASSERBILLIG – Fast ein Jahr nachdem er zuletzt gesichtet wurde, ist der «Tankstellenbetrüger» zurück im Großherzogtum um seinen Opfern Geld aus der Tasche zu ziehen.

Auch wenn er seinen Namen geändert hat und er mit einem anderen Auto unterwegs ist, bleibt seine Masche dieselbe: «John Moloney», «Peter McElroy» oder «Marc Kelly», wie er sich neuerdings nennt, nutzt die Gutgläubigkeit seiner Opfer schamlos aus und ergaunert sich schnell einmal mehrere hundert Euro. Der Trickbetrüger aus Irland erzählt, dass er verzweifelt sei und drückt auf die Tränendrüse. Seine Brieftasche sei gestohlen worden, weswegen er nicht mehr durch den Eurotunnel nach Hause käme. Er «leiht» sich etwas. Um glaubwürdig zu wirken, gibt der falsche Autohändler seinen Opfern noch eine Visitenkarte mit einer Handynummer – schließlich, so beteuert er, wolle er das Geld ja zurückbezahlen. Seine Opfer sehen davon aber nichts mehr.

Seitdem der Trickbetrüger das letzte Mal in Luxemburg gesichtet wurde, ist fast ein Jahr vergangen. Auch damals versuchte er auf der Aire de Wasserbillig sein Glück, geriet aber an den Falschen.

«Er wollte Geld, um die die Fähre zu nehmen»

Am vergangenen Sonntag kehrte er in sein altes Jagdrevier zurück und sprach Tim Woidtke, einen Pendler aus dem Hunsrück an. «Ich habe den Mann sofort erkannt, weil er mit seiner Masche bei mir im Februar Erfolg hatte. Damals habe ich ihm 250 Euro gegeben. Das Geld habe ich bis heute nicht wieder. Woidtke habe am Sonntag aber sofort verneint und beobachtet, wie «Kelly» weitere Passanten ansprach. Er zückte sein Handy und hielt fest, wie er in Begleitung eines jüngeren Mannes in einem weinroten Lexus davonfuhr.

Ein anderer Zeuge, Serge Jentgen aus Luxemburg, berichtet: «Ich war vergangene Woche auf dem Parkplatz vom Match in Niederanven, als ein grauer BMW mit englischen Kennzeichen auf mich zukam. Der Fahrer fragte mich nach Geld, um die Fähre nehmen zu können. Er habe keinen Geldbeutel mehr. Ich habe ihm höflich klar gemacht, dass ich ihm kein Geld leihen würde. Er bedankte sich und fuhr davon.» Erst am Tag danach stellte Jentgen fest, dass es sich bei dem Fahrer um den gesuchten Betrüger handeln könnte.

Bis zu fünf Jahre Haft

Die Police Grand-Ducale bestätigt die Rückkehr des Betrügers zwar nicht, widerruft sie aber auch nicht. «Zu Einzelpersonen dürfen wir keine Informationen herausgeben», erklärt ein Sprecher.

Die rechtlichen Konseqenzen für Betrüger sind im Luxemburger Strafgesetzbuch («Code pénal») geregelt. Dort heißt es in Artikel 491: «Wer sich auf betrügerische Art oder zum Nachteil anderer Kleider, Handelswaren, Tickets, Quittungen, Schlüssel oder Dokumente jeglicher Art unter Vorgabe sie zurückzugeben ermächtigt, wird mit einer Haftstrafe zwischen einem Monat und fünf Jahren sowie einer Geldstrafe in Höhe von 251 bis 5000 Euro belangt.»

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