Rheinland-Pfalz: Trier hadert mit neuem Straßenstrich

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Rheinland-PfalzTrier hadert mit neuem Straßenstrich

TRIER – Der Stadtrat hatte schon im Mai 2021 beschlossen, dass der Straßenstrich verlegt werden soll. Auch wenn das Vorhaben bereits vorangetrieben wird, steht es aus diversen Gründen auf der Kippe.

Street prostitute standing by the car

Die Verkehrssituation auf dem neuen Straßenstrich könnte für die Prostituierten gefährlich sein. (Symbolbild)

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Der Trierer Straßenstrich soll in eine andere Straße verlegt werden. Das hatte der Stadtrat bereits im Mai 2021 beschlossen. So schnell passiert das aber offenbar nicht, wie der Trierische Volksfreund (TV, Bezahlartikel) berichtet. Zwar liegt für den vorgesehenen Straßenstrich in der Gottbillstraße schon eine Genehmigung für die Aufstellung eines Containers mit Aufenthaltsraum und Toilette vor, ebenso eine geänderte Version der Sperrbezirksverordnung. Wie der Dezernent Ralf Britten in der jüngsten Trierer Stadtratssitzung berichtete, sind die Frauen aber noch immer am ursprünglichen Straßenstrich – am früheren Bahnübergang in der Ruwerer Straße – unterwegs, um ihre sexuellen Dienste anzubieten.

Kosten soll der neue Container in der Gottbillstraße zwischen 210 und 270 Euro im Monat. Auch würden derzeit Gespräche zwischen dem Gesundheitsamt und der Beratungsstelle Ara laufen, um wöchentliche Sprechstunden für die Sexarbeiterinnen an der neuen Unterkunft zu organisieren. Ein festes Gebäude vor 2025 zu bauen ist laut Britten wegen des fehlenden Baubeschlusses nicht machbar. Außerdem stehe noch gar nicht zu 100 Prozent fest, dass der Straßenstrich kommendes Jahr wirklich verlegt wird, so Dezernent Britten in der Sitzung.

Neuer Straßenstrich ist umstritten

Die Gottbillstraße war laut dem TV als neuer Standort für den Straßenstrich lange umstritten, unter anderem weil die Bahngleise neben der Straße sowie die schnell fahrenden Autos für die Prostituierten gefährlich werden könnten. Nicole Schulze, Vorstandsmitglied im Berufsverband Sexarbeit hatte deshalb Schutzeinrichtungen gefordert, wie beispielsweise einen Begrenzungszaun.

Umgesetzt wurde diese Forderung bis heute allerdings nicht. Auch ein Tempolimit auf der Gottbillstraße ist nicht geplant. Die Autos dürfen dort regulär 50 Kilometer pro Stunde fahren. Die Realität sieht aber vor allem abends und nachts anders aus. Genau in der Zeit, in denen die Sexarbeiterinnen an der Straße stehen sollen, also zwischen 20 und 4 Uhr, fahren die Autos deutlich schneller als 50 Stundenkilometer.

Nun stellte sich für so manches Stadtratsmitglied die Frage, warum in der Gottbillstraße im Frühjahr ein Container mit Toiletten aufgestellt werden soll, wenn die Verlegung des Straßenstriches noch gar nicht sicher ist. Auf derartige Einwände reagierte Dezernent Britten bei der jüngsten Stadtratssitzung mit dem Versprechen, er würde «alles daran zu setzen, damit wir das im kommenden Jahr umsetzen», wie der TV zitiert.

Grund für die Verlegung

(jfk)

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