Nach Amokfahrt – Trier will Fußgängerzone besser schützen
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Nach AmokfahrtTrier will Fußgängerzone besser schützen

TRIER – Mit einem neuen Sicherheitskonzept will Trier seine Innenstadt besser vor Taten wie der Amokfahrt vor knapp fünf Monaten schützen.

Ein Poller älterer Bauart steht an einer Straße der Fußgängerzone in Trier. Die Stadt will mit einem neuen «urbanen Sicherheitskonzept» die City besser schützen.

Ein Poller älterer Bauart steht an einer Straße der Fußgängerzone in Trier. Die Stadt will mit einem neuen «urbanen Sicherheitskonzept» die City besser schützen.

DPA/Harald Tittel

Die Trierer Innenstadt wird in zehn Zonen aufgeteilt, die durch verschiedene Barrieren voneinander abgetrennt sind, um in Zukunft besser vor Taten wie der verheerenden Amokfahrt Anfang Dezember geschützt zu sein. Eine «Überfahrt» von einer Zone in eine Nachbarzone ist damit - außer für Lieferverkehr - nicht mehr möglich. «Damit soll verhindert werden, dass Fahrzeuge auf langen geraden Strecken eine hohe Geschwindigkeit aufnehmen können», sagte ein Sprecher der Stadt. Das Konzept soll am (heutigen) Mittwochabend im Stadtrat beschlossen werden.

Der Amokfahrer von Trier war laut Polizei zumindest zeitweise 81 Stundenkilometer schnell, als er mit seinem Sportgeländewagen durch die Trierer Fußgängerzone raste und gezielt Menschen ansteuerte. Bei seiner Tat wurden fünf Menschen getötet und 24 Personen teils schwer verletzt. Der mutmaßliche Täter sitzt seit der Amokfahrt wegen Mordverdachts in Untersuchungshaft.

Nach der Tat hat Trier ein vorheriges Pollerkonzept, das vor allem zur Verkehrslenkung dienen sollte, überarbeitet. «Es gibt keine totale Sicherheit vor Gewalt und Terror», sagte Verkehrsdezernent Andreas Ludwig (CDU). In Planung seien Barrieren an 38 Orten - und zwar nicht nur Poller. «Wir wollen keine Polleritis», sagte Ludwig. «Um die Durchfahrt an bestimmten Stellen zu ermöglichen, sind natürlich versenkbare Poller nötig.» Darüber hinaus gebe es andere Möglichkeiten. Dazu gehörten massiv verankerte Bänke, Hochbeete, Sitzsteine und Fahrradbügel. Die Kosten betragen rund sechs Millionen Euro, wobei die Stadt auf eine bis zu 90-prozentige Förderung von der Landesregierung setzt. Mit dem Konzept ist Trier landesweit besonders. «Trier ist sicherlich bisher die einzige Stadt, die so ein flächendeckendes Konzept zur Sicherung der Innenstadt entwickelt hat», sagte der Geschäftsführende Direktor vom Städtetag Rheinland-Pfalz, Fabian Kirsch, in Mainz.

(L'essentiel/dpa)

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