Tote Studentin – Trierer Polizei wirft Tanja-Puppen den Felsen hinab

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Tote StudentinTrierer Polizei wirft Tanja-Puppen den Felsen hinab

TRIER – Die Ermittlungen im Fall Tanja Gräff werden immer ausgefallener: Nach «Schrei-Experimenten» wurde jetzt der Sturz vom Felsen nachgestellt.

Lebensgro�e Puppen liegen am 10.06.2015 in Trier (Rheinland-Pfalz) f�r ein Sturzexperiment der Polizei vor. Mit den Dummies wird der Absturz von Tanja Gr�ff an einer steilen Felswand in verschiedenen Szenarien nachgestellt. Nach wie vor ist unklar, ob es sich um einen Ungl�cksfall oder ein Verbrechen handelt. Die sterblichen �berreste von Gr�ff waren am 11. Mai unterhalb des 50 Meter hohen roten Felsens gefunden worden. Foto: Birgit Reichert/dpa (zu dpa lrs: �Ermittler rekonstruieren mit Puppen Sturz von Tanja Gr�ff� vom 10.06.2015) +++(c) dpa - Bildfunk+++

Lebensgro�e Puppen liegen am 10.06.2015 in Trier (Rheinland-Pfalz) f�r ein Sturzexperiment der Polizei vor. Mit den Dummies wird der Absturz von Tanja Gr�ff an einer steilen Felswand in verschiedenen Szenarien nachgestellt. Nach wie vor ist unklar, ob es sich um einen Ungl�cksfall oder ein Verbrechen handelt. Die sterblichen �berreste von Gr�ff waren am 11. Mai unterhalb des 50 Meter hohen roten Felsens gefunden worden. Foto: Birgit Reichert/dpa (zu dpa lrs: �Ermittler rekonstruieren mit Puppen Sturz von Tanja Gr�ff� vom 10.06.2015) +++(c) dpa - Bildfunk+++

DPA/Birgit Reichert

Mit lebensgroßen Puppen haben Ermittler der Trierer Polizei den Absturz von Tanja Gräff an einer steilen Felswand in verschiedenen Szenarien nachgestellt. Ziel sei es, den genauen Ort zu finden, von dem die Studentin vor acht Jahren in die Tiefe stürzte, sagte der Sprecher der Trierer Polizei, Uwe Konz, am Mittwoch. Die Tatortgruppe des Bundeskriminalamtes (BKA) habe dazu vier dieser Puppen vorbereitet, die der damals 21-jährigen Gräff in Größe und Gewicht in etwa entsprechen. Das Sturzexperiment ist ein Teil der Ermittlungen, um herauszufinden, wie die Studentin zu Tode kam.

Nach wie vor ist unklar, ob es sich um einen Unglücksfall oder ein Verbrechen handelt. Die sterblichen Überreste von Gräff waren am 11. Mai auf einem Plateau 20 Meter unter den roten Felsen bei Rodungsarbeiten gefunden worden. Die Ermittler gehen davon aus, dass Gräff von dem Felsen fiel. Ausgeschlossen werde, dass sie an der zuvor völlig zugewachsenen Stelle abgelegt wurde.

Ein anderes Flugverhalten als ein Mensch

Um die genaue Absturzstelle an dem Felsenhöhenweg zu finden, wurden die Puppen hinter einem rund 1,20 Meter hohen Metallzaun hinab gestoßen oder geworfen. «Es wird aber letztlich ein Experiment bleiben», sagte der Sprecher. Denn eine Puppe habe ein anderes «Flugverhalten» als ein Mensch.

Mit anderen Ermittlungsergebnissen zusammen aber könnte sich aus der Sturzrekonstruktion später ein Bild ergeben, «um letztlich doch noch sagen zu können, was passiert ist». «Wir sind nach wie vor guter Dinge, Licht ins Dunkel zu bringen», sagte Konz. Gräff war seit einem Hochschulfest im Juni 2007 vermisst worden.

Ende vergangener Woche hatten Experten des BKA die Felswand abgescannt, um ein dreidimensionales Bild des Gesteins zu bekommen. Am frühen Montag wurde mit Schreiexperimenten an der Felswand einer alten Spur eines Zeugen nachgegangen, der in der Nacht von Gräffs Verschwinden einen weiblichen Schrei gehört haben will.

Ausstehen noch die Ergebnisse der rechtsmedizinischen Untersuchung von Gräffs Knochen, deren Skelett nahezu vollständig geborgen worden war.

(sen/L'essentiel/dpa)

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