Weitere Treffen anberaumt – Tripartite-Gespräch vorerst ohne Einigung

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Weitere Treffen anberaumtTripartite-Gespräch vorerst ohne Einigung

LUXEMBURG – Bei der Tripartite wurden am Donnerstag keine Kompromisse gefunden. Dafür standen einige Vorschläge im Raum, die Diskussionsstoff liefern dürften. Weitere Treffen sind geplant.

Auf der Tagesordnung standen am Donnerstag Themen, die vor allem Arbeitsminister Nicolas Schmit (links) und Wirtschaftsminister Jeannot Krecké betrafen.

Auf der Tagesordnung standen am Donnerstag Themen, die vor allem Arbeitsminister Nicolas Schmit (links) und Wirtschaftsminister Jeannot Krecké betrafen.

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Arbeit und Beschäftigung: Auf diese Themen waren am Donnerstag die Tripartite-Gespräche begrenzt, bei denen sich Regierung, Unternehmensvertreter und Gewerkschaften an einen Tisch setzten. Auf konkrete Maßnahmen, um die Wirtschaft anzukurbeln und die Arbeitslosigkeit zu bekämpfen, konnten sie sich nicht einigen. Stattdessen soll ein erneutes Treffen am 15. oder 16. Dezember Lösungen bringen. Bis dahin trifft sich die Regierung getrennt mit den Gewerkschaften OGBL, LCGB und dem Unternehmerverband UEL. Spezielle Arbeitsgruppen, zum Beispiel zum Thema Jugendarbeitslosigkeit, werden gebildet. Premierminister Jean-Claude Juncker versprach, 43 Stunden seiner Arbeitszeit für die nächsten Verhandlungstage aufzubringen.

Allerdings wurden bereits am Donnerstag einige mehr oder weniger konkrete Lösungsvorschläge in den Ring geworfen, die die Diskussionen anheizen dürften. So schlug Arbeitsminister Nicolas Schmit (LSAP) vor, vermehrt befristete Beschäftigungsverhältnisse durchzusetzen. Auch Michel Wurth, Präsident der Unternehmervereinigung UEL, plädierte für mehr Flexibilität. Er empfahl, die Beschäftigung von Ansässigen gegenüber der von Ausländern zu bevorzugen. Zudem müssten staatliche Sozialleistungen gezielter eingesetzt und die Beschäftigungsinitiativen neu aufgebaut werden. Er sprach sich dafür aus, die automatische Gehaltsanpassung zwei Jahre lang auszusetzen.

Gewerkschaften unzufrieden

OGBL-Präsident Jean-Claude Reding bezeichnete die Gesprächsatmosphäre als schlecht, was vor allem an der Haltung der Unternehmer gelegen habe. «Das Patronat will, dass die Leute weniger verdienen, damit es der Wirtschaft besser geht», sagte er. LCGB-Präsident Patrick Dury war der Ansicht, die Unternehmer zeigten mit dem Finger auf den Index und das Mindesteinkommen, als seien sie der Grund aller Gesellschaftsprobleme.

«Es gibt Divergenzen zwischen den Sozialpartnern», sagte Arbeitsminister Nicolas Schmit. «Aber ich bin guter Hoffnung, dass sich die verschiedenen Ansichtsweisen annähern, damit ein Kompromiss gefunden wird.» Er will vor allem ein Ziel erreichen: Das Paradoxum lösen, dass in Luxemburg viele Stellen geschaffen werden (10 000 in diesem Jahr), die Arbeitslosigkeit aber weiter steigt.

ks/L'essentiel Online/PaT

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