Ultimatum – Tripartite kurz vor dem Aus

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UltimatumTripartite kurz vor dem Aus

LUXEMBURG – Die Gewerkschaften drohen mit einem Scheitern der Tripartite. Die Unternehmer wollen sich nicht unter Druck setzen lassen. Ist das Luxemburger Modell vor dem Aus?

Die Gewerkschafter von LCGB, OGBL und CGFP hatten den Unternehmervertretern am Dienstagnachmittag ein Ultimatum gesetzt.

Die Gewerkschafter von LCGB, OGBL und CGFP hatten den Unternehmervertretern am Dienstagnachmittag ein Ultimatum gesetzt.

Editpress

Der Unternehmerverband UEL solle einige seiner Forderungen bis Donnerstag um 14 Uhr zurücknehmen oder die Tripartite-Verhandlungen am Freitag scheitern: Mit dieser Aussage haben die Gewerkschaften OGBL, LCGB und CGFP am Dienstag unter Druck gesetzt. Dabei verwiesen sie auf ein internes Arbeitsdokument des Unternehmerverbands UEL, in dem diese Forderungen dokumentiert wurden und das in die Hände der Gewerkschaften gelangt war.

Das seinem Verband gestellte Ultimatum will UEL-Direktor Pierre Bley nicht annehmen. Er sei «perplex», sagte er auf Anfrage von «L’essentiel». Die Gewerkschaften bezögen sich auf ein Arbeitsdokument, dessen Inhalte ihnen bereits seit Mitte November bekannt seien. «Ich verstehe nicht, dass die Gewerkschaften diesen Anlass nutzen wollen, um die Tripartite platzen zu lassen», erklärte Pierre Bley. «Ich hoffe, dass sie sich bis Freitag besinnen.»

Konkret wollen die Gewerkschaften, dass die Unternehmer folgende drei Forderungen zurückziehen:

die Verlängerung der Wochenarbeitszeit von 48 auf maximal 54 Stunden
der Mindestlohn soll nicht mehr an die Lohnentwicklung angepasst werden
die stärkere Kontrolle von erkrankten Arbeitnehmern, insbesondere von Grenzgängern.

Index erst im Oktober 2012

Sollten sich weder Gewerkschaften noch der Unternehmerverband bewegen, dürfte das luxemburgische Modell des Sozialdialogs am Ende sein. Die nächste Indextranche könnte bereits im Februar kommen.

Wird keine Einigung gefunden, liegt die Entscheidung bei der Regierung. Sie würde die automatische Gehaltsanpassung gerne auf Oktober verschieben. Das Parlament muss darüber noch vor dem nächsten Februar entscheiden.

ks/L'essentiel Online/PaT.

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