Autobranche in Sorge – Trump eskaliert den Handelskonflikt

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Autobranche in SorgeTrump eskaliert den Handelskonflikt

Bahnt sich für die deutsche Autobranche eine «Katastrophe» aus den USA an, wie es ein Experte sagt? Donald Trump droht mit Strafzöllen auf europäische Autos.

03.03.2018, USA, West Palm Beach: Donald Trump, Pr�sident der USA, winkt aus dem Auto, als er Florida verl�sst. Foto: Allen Eyestone/Palm Beach Post via ZUMA Wire/dpa +++ dpa-Bildfunk +++

03.03.2018, USA, West Palm Beach: Donald Trump, Pr�sident der USA, winkt aus dem Auto, als er Florida verl�sst. Foto: Allen Eyestone/Palm Beach Post via ZUMA Wire/dpa +++ dpa-Bildfunk +++

Allen Eyestone

Mit angedrohten Strafzöllen auf europäische Autos hat Donald Trump den Handelskonflikt mit der EU angeheizt und einen der wichtigsten deutschen Industriezweige aufgeschreckt. Branchenvertreter warnten vor den Folgen eines Handelskriegs und wiesen auf die Bedeutung der deutschen Autokonzerne für die US-Wirtschaft hin. Bundeswirtschaftsministerin Brigitte Zypries (SPD) rief Trump zur Mäßigung auf. Doch der US-Präsident zeigt sich unbeirrt - und will noch diese Woche seinen international scharf kritisierten Plan für Strafzölle auf Stahl- und Aluminiumimporte umsetzen. US-Handelsminister Wilbur Ross verteidigte das Vorgehen.

Die USA hätten nach dem Zweiten Weltkrieg alle Arten von einseitigen Konzessionen gemacht, um den Wiederaufbau zu fördern, sagte Ross am Sonntag dem Sender ABC und erwähnte Deutschland sowie Japan namentlich. Das habe damals auch Sinn gemacht, aber nicht mehr heute. Beide Länder seien mittlerweile starke und große Wirtschaftsmächte. «Eine Menge Geschichte muss rückgängig gemacht werden.» US-Medien nannten Trumps neue Attacke wegen der Bedeutung der deutschen Autoindustrie eine «direkte Drohung» gegen Deutschland.

Auch Briten betroffen

Nach Berechnungen des Autoexperten Ferdinand Dudenhöffer wären vor allem die VW-Töchter Audi und Porsche von Strafzöllen betroffen, die anders als die VW-Kernmarke, BMW oder Daimler keine eigenen Werke in den USA unterhalten. Für Volkswagen rechnet Dudenhöffer im Fall von Strafzöllen mit Gewinneinbußen von rund fünf Prozent, falls die Exporte aus den USA nicht - wie eigentlich üblich - gegengerechnet würden. Bei Daimler und BMW errechnete der Leiter des CAR-Instituts an der Universität Duisburg-Essen in diesem Fall einen Rückgang von «weniger als zehn Prozent». Stärker getroffen würden etwa der britische Hersteller Jaguar Land Rover oder die schwedische Marke Volvo.

Der Autoexperte Stefan Bratzel nannte Strafzölle indes eine «Katastrophe» für die deutsche Branche. Gerade im Premiumsegment seien die Autobauer «enorm» abhängig von Ausfuhren, auch in die USA.

Deutsche Unternehmen exportierten nach Angaben des Verbands der Automobilindustrie (VDA) im vergangenen Jahr insgesamt 494.000 Autos in die USA, das war mehr als ein Viertel weniger als noch 2013. Die Verkäufe in den Vereinigten Staaten legten demnach 2017 in der Summe im Vergleich zum Vorjahr um etwa ein Prozent auf 1,35 Millionen Neuwagen zu. Der Marktanteil lag bei 7,9 Prozent, etwas höher als noch 2016. Die deutschen Hersteller beschäftigen 36.500 Mitarbeiter in den USA. VDA-Präsident Bernhard Mattes warnte: «Ein Handelskrieg zwischen den USA und Europa muss auf jeden Fall vermieden werden. In einem solchen Handelskrieg gibt es nur Verlierer, auf allen Seiten.»

(L'essentiel/dpa)

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