Will Bakker – «Trump macht uns hier das Leben schwer»

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Will Bakker«Trump macht uns hier das Leben schwer»

LUXEMBURG – Will Bakker ist Mitglied bei den Democrats Abroad und lebt sein einigen Jahren im Großherzogtum. «L'essentiel» hat mit ihm über die bevorstehende Wahl gesprochen.

Will Bakker (rechts) engagiert sich gemeinsam mit seinem Freund Tim Lone für die US-Demokraten.

Will Bakker (rechts) engagiert sich gemeinsam mit seinem Freund Tim Lone für die US-Demokraten.

Will Bakker blickt mit gemischten Gefühlen auf die US-Wahl am dritten November. Er sei sehr positiv, andererseits aber spüre andererseits auch eine gewisse Angst, vor der wie er es ausdrückt «wichtigsten US-Präsidentschaftswahl seit einer Generation.» Der überzeugte Demokrat lebt seit 20 Jahren im Großherzogtum. Als stellvertretender Regionalvorsitzender der Democrats Abroad für Europa, den Nahen Osten und Afrika lässt Bakker eine klare Präferenz erkennen. Nichtsdestotrotz versucht er für L'essentiel den Wahlkampf in seinem Heimatland zu analysieren.

«Es ist eine Wahl zwischen einem normalen Kandidaten, der konkrete Lösungen anbietet, Joe Biden, und einem Mann, der auf sich selbst schwört und verspricht, sich um alles zu kümmern, Donald Trump», fasst er zusammen. Für die meisten Amerikaner in Luxemburg stellt Trump «das Schlimmste von Amerika» dar. «Während der Präsidentschaft von George W. Bush zogen es einige vor, zu sagen, sie seien Kanadier. Mit Trump ist es eine neue Ebene der Peinlichkeit. Er macht uns in Luxemburg das Leben schwer».

«Donald Trump kann immer noch gewinnen»

Das sei zum einen den Possen um seine Person und zum andere auf seine «lächerlichen» Äußerungen in den sozialen Netzwerken zurückzuführen, aber auch auf seine Politik: «Was kann ich einem iranischen Freund sagen, der nie ein Krimineller war und der nicht mehr das Recht hat, in die Vereinigten Staaten zu reisen?» Will möchte um jeden Preis eine Wiederwahl von Donald Trump vermeiden. Für ihn sei es beruhigend, dass der amtierende Präsident in fast allen Umfragen zurückliegt.

Und doch «kann er noch gewinnen», fürchtet Will: «Erstens, weil die Wahlen 2016 einige böse Überraschungen für uns bereithielten. Auch weil ich befürchte, dass die Stimmen von einigen mächtigen Bürgern in den Vereinigten Staaten manipuliert werden». Es gibt also keine Garantie für einen Sieg, aber ein Gefühl, das sich bestätigt: «Die Bürger setzen sich ein, wie sie es noch nie zuvor getan haben». Wie Millionen von im Ausland lebenden Amerikanern hat Will bereits seine Briefwahl durchgeführt. «Ich habe es im September getan», erklärt Bakker. Von Dienstagnacht bis Mittwoch wird er zusammen mit anderen Demokraten bei Zoom gemeinsam die Wahl verfolgen. Sie alle hoffen auf einen Sieg des demokratischen Herausforderers. Für viele Amerikaner die nicht für den amtierenden Präsidenten sind enden dann möglicherweise vier lange Jahre des Wartens.

(Thomas Holzer/L'essentiel)

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