Umfrage in 37 Ländern – Trump schadet dem Image der USA

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Umfrage in 37 LändernTrump schadet dem Image der USA

Das Ansehen der USA in der Welt hat sich unter dem neuen Präsidenten dramatisch verschlechtert. Das zeigt eine Befragung von 40.000 Menschen.

Das Image der USA hat unter Präsident Donald Trump massiv gelitten. Das ist das Ergebnis einer weltweiten Umfrage, deren Ergebnisse das Pew Research Center am Montag veröffentlicht hat. Demnach haben mehr als drei Viertel der Befragten wenig oder kein Vertrauen in Trumps Führung und Urteilsvermögen. Zwei Drittel beschreiben ihn als «arrogant und gefährlich».

Besonders schlecht ist die Meinung über die von Trump regierten USA unter Bürgern in den traditionell an der Seite der Vereinigten Staaten stehenden Ländern Europas, schreibt das Meinungsforschungsinstitut in seinem Bericht. Das Pew hat für seine Studie weltweit über 40.000 Menschen in 37 Ländern befragt.

Israelis und Russen sehen Trump positiv

«Die weltweiten Ansichten über die USA und ihren Präsidenten haben sich seit dem Ende von Barack Obamas und dem Beginn von Donald Trumps Präsidentschaft dramatisch verschlechtert», fasst das Pew die Resultate zusammen. Während vor fünf Monaten unter Obama noch knapp zwei Drittel der Befragten die Staaten in positivem Licht sahen, sank dieser Wert in der aktuellen Umfrage auf 49 Prozent.

Drastisch an Ansehen verloren haben die Vereinigten Staaten nicht nur in Europa, sondern auch bei ihren direkten Nachbarn – Mexiko und Kanada. Einzig in Israel und Russland ist das Ansehen der USA unter Trump gestiegen. 71 Prozent der Israelis bewerten Trump positiv, in Russland sind es immerhin zwei Drittel der Befragten.

Trumps Pläne Stoßen auf Kritik

Auch zu Trumps konkreten politischen Vorhaben hat das Pew die Menschen um ihre Meinung gebeten – und die ist mehrheitlich ebenfalls negativ. Mehr als drei Viertel der Befragten lehnen den Bau einer Mauer an der US-mexikanischen Grenze ab. Jeweils mehr als 70 Prozent missbilligen den Rückzug der USA aus internationalen Handelsabkommen sowie aus dem Pariser Klimaschutzabkommen. Mehr als sechs von zehn Befragten kritisieren Trumps sogenannten «Muslim-Bann» – in Russland, Israel, Ungarn und Polen findet dieser Ansatz allerdings mehrheitlich Befürworter.

Allerdings, das betonen die Meinungsforscher ebenfalls, glaubt die Mehrheit der Befragten nicht, dass sich die Beziehungen ihres Heimatlandes zu den USA unter Donald Trump wesentlich ändern werden.

Für einem Großteil der Studienteilnehmer ist Trump ein «arroganter» (75 Prozent), «intoleranter» (65 Prozent) und «gefährlicher» (62 Prozent) Präsident. Immerhin 55 Prozent der Befragten halten ihn jedoch auch für einen «starken Anführer».

Seit 2002 ermittelt das unabhängige Pew Research Center das Ansehen der USA im Rest der Welt. Derzeit liegt es auf einem so niedrigen Niveau wie seit George W. Bushs Irak-Invasion im Jahr 2004 nicht mehr.

(L'essentiel/mlr)

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