Sean Spicer – Trump-Sprecher sucht Ersatz – für sich selbst

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Sean SpicerTrump-Sprecher sucht Ersatz – für sich selbst

Vor kritischen Journalisten floh Sean Spicer auch schon hinter eine Hecke. Das muss er bald nicht mehr. Das Weiße Haus will den Regierungssprecher versetzen.

Er bezichtigte die Medien der Verbreitung falscher Fakten, reagierte auf kritische Fragen oft ausfallend, beantwortete Fragen aber immer wieder selbst falsch – und auch mal mit Spinatresten zwischen den Zähnen. Einmal versteckte er sich vor Journalisten gar hinter einer Hecke: Die täglichen Pressekonferenzen hatten Regierungssprecher Sean Spicer zu einem prominenten Gesicht der Trump-Regierung gemacht.

Jetzt hat das Weiße Haus offenbar genug: Der 45-Jährige wird vermutlich eine strategische Rolle im Kommunikationsteam der US-Regierung übernehmen und damit künftig deutlich weniger in der Öffentlichkeit auftreten. Dies erfuhr die Nachrichtenagentur AP am Montag von einem hochrangigen US-Regierungsmitarbeiter sowie drei weiteren Personen, die mit der möglichen Personalveränderung vertraut waren. Den Vertretern zufolge hat Spicer bereits mit möglichen Nachfolgern gesprochen.

«Regelrecht nutzlos»

Der Dauerstreit zwischen Medienvertretern und dem Weißen Haus gipfelte jüngst in der Aussage des CNN-Starreporters Jim Acosta, der den US-Pressesprecher als «nutzlos» bezeichnete. «Der Pressesprecher gelangt an einen Punkt, wo er regelrecht nutzlos ist», sagte Acosta im CNN-Fernsehen.

Spicer beantworte Journalistenfragen unzulänglich, aber das sei längst nicht alles. Acosta reagierte auch auf die Praxis des Weißen Hauses, für einen Teil der täglichen Presse-Briefings keine Kameras oder professionellen Tonaufnahmen mehr zuzulassen. Bisher war ein großer Teil der Briefings frei zugänglich in alle Welt übertragen worden. Spicer macht jetzt einen Teil der Informationen aber nur noch einem kleinen Kreis von Reportern zugänglich.

«Seit Februar keine richtige Pressekonferenz mehr»

Anscheinend etabliere sich zunehmend als neue Norm, «dass dem Präsidenten der Vereinigten Staaten ermöglicht wird, sich zu isolieren und keine harten Fragen zu beantworten», sagte der Reporter. «Er hat seit Februar keine richtige Pressekonferenz mehr abgehalten.»

Trump steht seit Beginn seines Wahlkampfes auf Kriegsfuß mit den Medien. Interviews gibt er mit Vorliebe seinem Haußender Fox News aus dem Imperium des konservativen Medienzaren Rupert Murdoch, der in aller Regel wohlwollend über den Präsidenten berichtet. Berichte, in denen Trump und seine Arbeit als Präsident kritisch beleuchtet werden, bezeichnet der Republikaner oft als «Fake News».

(L'essentiel/kko/sda/dapd)

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