Rede in Cincinnati – Trump verteidigt seinen Davidstern-Tweet

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Rede in CincinnatiTrump verteidigt seinen Davidstern-Tweet

«Das ist nur ein Stern»: Statt die Twitter-Affäre auf sich beruhen zu lassen, nutzt Donald Trump einen Wahlkampf-Termin, um seine Sicht der Dinge darzulegen.

Am vergangenen Wochenende brach ein Sturm der Entrüstung über Donald Trump los, weil dieser in einem Tweet gegen Hillary Clinton die Umrisse eines Davidsterns verwendet hatte. Kritiker warfen ihm Antisemitismus vor. Doch kaum, dass sich die Wogen geglättet haben, bringt der republikanische Präsidentschaftsanwärter das Thema selbst wieder aufs Tapet.

Bei einer Wahlkampfveranstaltung in Cincinnati im US-Bundesstaat Ohio verteidigte Trump am Mittwochabend (Ortszeit) seinen Post, dessen Stern wenig später in einen Kreis abgeändert wurde. In einer lautstarken, wütenden Rede betonte er laut «New York Times» mehrmals: «Das ist nur ein Stern.»

«Du hättest ihn drin lassen sollen»

«Du hättest ihn nicht löschen sollen», habe er einem seiner Kampagnen-Mitarbeiter gesagt. «Zu schade, du hättest ihn drin lassen sollen. Ich hätte ihn schon verteidigt» – das seien seine Worte gewesen.

Der Termin in Cincinnati war eigentlich dazu gedacht, Trumps potenziellen Vize-Kandidaten Newt Gingrich vorzustellen. Doch der Milliardär nutzte die Zeit lieber für Klarstellungen. Seine Konkurrentin Hillary Clinton nannte er gleich zu Beginn seiner Rede eine «schmutzige, miese Lügnerin». Außerdem wiederholte er seine Ansichten über den toten irakischen Ex-Diktator: Saddam Hussein sei zwar «böse» gewesen, aber effektiv darin, Terroristen zu töten.

Schwiegersohn verteidigt Trump

Sein Hauptaugenmerk galt jedoch dem eigenen Tweet. Selbst sein jüngster Sohn musste zur Verteidigung herhalten: Barron zeichne überall und dauernd Sterne und er habe seinem Sohn nie gesagt: «Das ist ein Davidstern, Barron, mach das nicht.»

Trump scheint den Tweet nicht als Fehler zu sehen. Das tat er nicht nur in seiner Rede kund, sondern auch in einem Interview, das er laut «New York Times» kurz zuvor gegeben hatte. Auch hier betonte er, er hätte seinen Leuten nie erlaubt, den Tweet zu ändern. «Als ich ihn mir ansah, dachte ich, das ist einfach nur ein Stern. Ich hätte nie gedacht, dass das ein Davidstern ist», so Trump.

Kurz zuvor hatte sein Schwiegersohn, der jüdische Geschäftsmann und Investor Jared Kushner, Trump in einem Kommentar für den «Observer» in Schutz genommen. Der Tweet sei «unbedacht» gewesen, aber Trump sei weder ein Antisemit noch ein Rassist. Kushner ist mit Trumps Tochter Ivanka verheiratet, die für ihren Mann zum Judentum konvertierte. Der Herausgeber des «Observer» ist informeller Berater Trumps.

(L'essentiel/mlr)

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