Running Mate – Tun sich Clinton und Sanders jetzt zusammen?

Publiziert

Running MateTun sich Clinton und Sanders jetzt zusammen?

Hillary Clinton muss sich bald für ihren Vizepräsidenten entscheiden. Gut möglich, dass sie mit ihrem Noch-Rivalen ins Rennen steigt.

Die Vorwahlen der Demokraten sind noch nicht ganz gelaufen. Zwar liegt Hillary Clinton auch nach Bernie Sanders Wahlsieg in West Virginia vergangene Nacht klar und deutlich vor ihrem Konkurrenten in Führung, dieser denkt aber noch nicht ans Aufgeben. Gegenüber CNN sagte der Senator aus Vermont schon vor dieser Vorwahl, er werde bis zum Nominierungskongress in Philadelphia im Juli weiterkämpfen.

Sanders geht es mit seiner Kampagne aber auch längst nicht mehr nur um die Präsidentschaft. «Wir werden so hart wie möglich dafür kämpfen, dass wir eine fortschrittliche Plattform werden, die von den Amerikanern unterstützt wird», sagte er zu CNN. Konkret will er einen Mindestlohn von 15 Dollar pro Stunde, ein Fracking-Verbot und bessere Überwachung von Banken ins Parteiprogramm der Demokraten bringen, wie der Economist schreibt.

Sanders weiß die Jungen und die Frauen hinter sich

Sanders könnte aber durchaus einen weiteren Coup im Hinterkopf haben: Je länger er im Rennen bleibt und je mehr Anhänger er in den noch offenen Staaten – unter anderem im bevölkerungsreichen Kalifornien – hinter sich bringt, umso wertvoller könnte er als Running Mate von Hillary Clinton werden. Denn «The Bern» spricht eine Wählergruppe an, bei der Clinton nicht allzu gut ankommt: die Jungen und viele Frauen. Das Duo Clinton/Sanders könnte die demokratischen Wähler geschlossen hinter sich bringen.

Gegenüber der CBS-Sendung Face The Nation äußerte sich Clinton beeindruckt von Sanders Aussage, dass er sieben Tage pro Woche dafür arbeiten werde, damit Donald Trump nicht Präsident der USA werde. Sie sehe eine wichtige Rolle und große Gelegenheit für ihn, ein Teil einer geeinten Partei zu sein. «Wir können gemeinsam nicht nur in die Wahlen im November steigen, sondern danach auch basierend auf den fortschrittlichen Zielen, die wir teilen, regieren.»

Weil sich aber Clinton und Sanders noch auf die Vorwahlen konzentrieren, seien Gespräche über eine gemeinsame Kandidatur vorerst kein Thema, sagte Sanders zu CNN. «Nach dem Kongress werden Hillary Clinton und ich uns zusammensetzen und sehen, wohin das führt.»

Latinos oder Swing States?

Bei der Wahl ihres Running Mate wird die Ex-Außenministerin auch andere Kandidaten in Betracht ziehen. In US-Medien werden die Brüder Julián und Joaquín Castro als aussichtsreiche Option gehandelt. Sie gelten als Shooting-Stars der demokratischen Partei, haben steile Karrieren hingelegt und würden die wichtigen Latino-Wähler ansprechen. Kritik ernteten die beiden wegen ihrer rudimentären Spanischkenntnisse. Sie stammen zudem aus Texas, das seit 1976 fest in republikanischer Hand ist.

In dieser Hinsicht gelten die Senatoren Sherrod Brown aus Ohio und Tim Kaine aus Virginia als interessante Kandidaten. Beide könnten wichtige Swing States hinter sich vereinen, die für die Präsidentschaftswahl ausschlaggebend sein können. Keiner dieser vier potenziellen Kandidaten kann es derzeit aber mit der nationalen Popularität von Bernie Sanders aufnehmen.

(L'essentiel/ofi)

Deine Meinung