Adnan Oktar: TV-Prediger und Führer eines Sexkults kassiert 8658 Jahre Gefängnis

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Adnan OktarTV-Prediger und Führer eines Sexkults kassiert 8658 Jahre Gefängnis

Der in der Türkei für seine religiösen Sendungen bekannte Adnan Oktar wurde in mehreren Punkten verurteilt. Darunter sexuelle Nötigung. 

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Adnan Oktar wurde zu 8658 Jahren Gefängnis verurteilt.

Adnan Oktar wurde zu 8658 Jahren Gefängnis verurteilt.

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Im Januar 2021 wurde er in zehn verschiedenen Anklagepunkten verurteilt, darunter sexuelle Nötigung, Diebstahl von persönlichen Daten und Freiheitsberaubung. (Archivbild)

Im Januar 2021 wurde er in zehn verschiedenen Anklagepunkten verurteilt, darunter sexuelle Nötigung, Diebstahl von persönlichen Daten und Freiheitsberaubung. (Archivbild)

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Oktar hat unter dem Namen Harun Yahya «The Atlas of Creation» Dutzende umstrittene Bücher veröffentlicht. (Archivbild)

Oktar hat unter dem Namen Harun Yahya «The Atlas of Creation» Dutzende umstrittene Bücher veröffentlicht. (Archivbild)

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Ein Gericht in der Türkei hat einen Fernsehprediger zu 8658 Jahren Gefängnis verurteilt. Adnan Oktar alias Harun Yahya, wurde durch die Moderation einer Sendung auf einem Online-Kanal bekannt, in der er umgeben von spärlich bekleideten Frauen auftrat, die er «Kätzchen» nannte. 

Der Führer eines Sexkultes ist ein erbitterter Gegner der Evolutionstheorie und hat unter dem Namen Harun Yahya «The Atlas of Creation» (Der Atlas der Schöpfung) Dutzende umstrittene Bücher veröffentlicht. Darin argumentiert er, dass die verschiedenen Arten von Lebewesen heute noch genauso seien wie vor Hunderten Millionen Jahren und dass die Lebensformen auf der Erde von Gott erschaffen worden seien und niemals auch nur die geringste Evolution durchgemacht hätten.

Die Anklagen häufen sich

Er und Hunderte seiner Anhängerinnen und Anhänger wurden 2018 in seinem Haus verhaftet. Während seiner Verhaftung erklärte Oktar gegenüber Journalisten, dass die gegen ihn erhobenen Vorwürfe «Lügen» und «ein Komplott des britischen Staates» seien – ein Thema, über das der Verschwörungstheoretiker in der Vergangenheit häufig gesprochen hatte.

Im Januar 2021 wurde er in zehn verschiedenen Anklagepunkten verurteilt, darunter sexuelle Nötigung, Diebstahl von persönlichen Daten und Freiheitsberaubung. Ein Berufungsgericht hatte das Urteil wegen rechtlicher Mängel aufgehoben und eine Neuverhandlung angeordnet, wie «BBC» schreibt.

Das Urteil des Berufungsgerichts ebnete den Weg für 68 Beschuldigte, die aufgrund der bis zum Gerichtstermin verbrachten Zeit auf freiem Fuß blieben, während das Gericht eine verlängerte Haft für Oktar und seine engen Vertrauten anordnete.

Zuversichtlich, dass er freigelassen würde

Am Mittwoch entschieden die Richter endgültig über das Schicksal von 215 Beschuldigten, darunter 72 in Haft, und machten damit die Hoffnungen Oktars zunichte, der nach seinen Aussagen in früheren Anhörungen zuversichtlich war, dass er freigelassen würde.

Der Schuldspruch wurde aufgrund folgender Anschuldigung ausgesprochen: Leiten einer kriminellen Organisation, sexuelle Misshandlung, Verweigerung von Bildungsrechten, Folter, Entführung und illegaler Speicherung persönlicher Daten. Unter den Opfern der Misshandlungen sollen auch Kinder gewesen sein.

Insgesamt wurde Oktar zu 8658 Jahren verurteilt, da das Gericht der Ansicht war, dass er für die von seinen Anhängern als Sektenführer begangenen Verbrechen verurteilt werden sollte. Vergangenes Jahr lautete das Urteil noch 1075 Jahre und drei Monate. Die Sektenführer sollen religiöse Gefühle ihrer Anhänger ausgenutzt haben und nachrichtendienstliche Informationen gesammelt haben, um Sektenmitglieder zu verleumden, die sich von ihnen trennen wollten. Oktar soll die Sektenmitglieder zudem systematisch sexuell genötigt haben.  

(sys)

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