Wohnen in Luxemburg – «Über die Mieten schockiert», Kox kündigt Gesetz an

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Wohnen in Luxemburg«Über die Mieten schockiert», Kox kündigt Gesetz an

LUXEMBURG – Wohnungsbauminister Henri Kox informiert am Donnerstag darüber, dass er diesen Sommer einen Gesetzentwurf vorlegen wolle, der die Mieten «besser regulieren» soll.

Minister Henri Kox ist über die überteuerten Mieten schockiert.

Minister Henri Kox ist über die überteuerten Mieten schockiert.

Editpress/Isabella Finzi

Die Diskussionen im Mietfall Limpertsberg blieben nicht ohne Folgen. Nachdem es dem Mieter bislang nicht gelang, seine Miete zu senken, reagierte der Wohnungsbauminister Henri Kox (Déi Gréng) am Donnerstag mit der Ankündigung eines neuen Gesetzentwurfs, über den noch diesen Sommer in der Chamber entschieden werden soll. Ziel sei es sicherzustellen, dass die Vorschriften «besser definiert und spezifiziert werden, damit sie wirksam sind und sich Mieter auf sie berufen können».

«Der Prozess hat gezeigt, dass die Praxis darin besteht, bei der Festlegung der Mieten die Marktpreise zu berücksichtigen, die oft schockierend sind, weil sie überhöht sind», erklärte der Minister. Die Durchsetzung der 5-Prozent-Garantie wäre jedoch nicht zum Nachteil der Vermieter.

«Kaum 5000 Wohnungen» zu moderaten Mietpreisen...

Nun präsentierte Henri Kox seinen Plan zur Lösung der Schwierigkeiten, auf die Bewohner bei der Finanzierung stoßen können. Dieser stützt sich auf zwei Anmerkungen des Observatoire de l'habitat ( siehe Kasten), die das Liser-Institut am Donnerstag vorstellte. Es sei dem Minister ein besonderes Anliegen, mehr bezahlbaren und öffentlichen Wohnraum zu schaffen, vor allem da derzeit «kaum 5000 Wohnungen» zu moderaten Preisen vermietet werden.

In dieser Hinsicht möchte der Minister die Entscheidung der vorherigen Regierung weiterverfolgen, 70 Prozent der Wohnungen, die in den kommenden Jahren von öffentlichen Bauträgern in Großprojekten entwickelt werden, zu bezahlbaren Preisen zu vermieten. «Die Miete soll an die Einkommenssituation der Haushalte angepasst werden, sodass sie, statt 50 Prozent, 30 Prozent des verfügbaren Einkommens ausmacht», erklärte Henri Kox. Hiermit soll Familien ein vernünftiger Lebensstandard gewährleistet werden.

(Olivier Loyens/L'essentiel)

Mieter sind in größeren Schwierigkeiten als Vermieter

Das Liser-Institut betont in einem Bericht über die «Entwicklung der Aufwandsquote in Luxemburg», dass die Schwierigkeiten, auf die Haushalte bei der Finanzierung stoßen können, «zwischen 2010 und 2018 zugenommen zu haben scheinen», «unabhängig davon, ob es sich um Eigentümer oder Mieter handelt». So stellt das sozioökonomische Forschungsinstitut eine Zunahme des Anteils der Haushalte fest, deren Aufwandsquote (Verhältnis zwischen Wohnkosten und verfügbarem Einkommen) 40 Prozent oder mehr beträgt. «Bei den Mietern ist der Anstieg etwas ausgeprägter», heißt es weiter.

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