Wochenlanger Regen – Überflutungen bringen Tod und Chaos in Brasilien
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Wochenlanger RegenÜberflutungen bringen Tod und Chaos in Brasilien

Seit Wochen peitscht der Regen in etlichen Regionen Brasiliens. Im hart getroffenen Staat Bahia herrscht in zahlreichen Städten der Ausnahmezustand, die Lage ist dramatisch.

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Luftaufnahmen von Itapetinga im brasilianischen Bundesstaat Bahia zeigen das Ausmaß der Überschwemmungen. (26. Dezember 2021)

Luftaufnahmen von Itapetinga im brasilianischen Bundesstaat Bahia zeigen das Ausmaß der Überschwemmungen. (26. Dezember 2021)

AFP
Dutzende Ortschaften sind unter Wasser.

Dutzende Ortschaften sind unter Wasser.

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Menschen versuchen zu retten, was noch zu retten ist.

Menschen versuchen zu retten, was noch zu retten ist.

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Wegen schwerer Überschwemmungen durch wochenlangen Regen ist in mehr als 100 Städten im brasilianischen Staat Bahia der Ausnahmezustand verhängt worden. Allein dort waren am Dienstag mehr als 470.000 Menschen vom Hochwasser betroffen, wie aus Daten der Regionalverwaltung hervorgeht. In mindestens 50 Städten in Bahia floss das Wasser in Häuser und Geschäfte, Bewohner und Bewohnerinnen mussten ihre Habseligkeiten zurücklassen. Mehr als 34.000 Menschen seien nun obdachlos, 43’000 weitere aus ihren Häusern und Wohnungen geflohen, hieß es von den Behörden. Seit Monatsbeginn sind bisher 21 Menschen durch die Unwetter umgekommen und 358 weitere verletzt worden.

Bereits seit Ende November wird die Region von peitschendem Regen heimgesucht. Es handele sich um die heftigste Regenperiode in Bahia seit 32 Jahren, wie das Nationale Zentrum für die Beobachtung von Naturkatastrophen auf seiner Webseite mitteilte. Im Süden von Bahia fiel die Regenmenge fünfmal höher aus als es für die Jahreszeit üblich wäre.

Bahias Gouverneur Rui Costa verglich die Lage in einem Interview mit lokalen Radiosendern mit einem «Bombardement». In den Fluten seien in einigen Städten auch Corona-Impfstoffe verloren gegangen, berichtete er. «Einige kommunale Büros der Gesundheitsämter und Medizinlager waren komplett unter Wasser.»

Bahias Zivilschutzchef Miguel Filho sagte der Nachrichtenagentur AP, dass es noch immer regne und es noch immer überflutete und von der Außenwelt abgeschnittene Städte gebe. Die erste Reaktion seiner Einsatzkräfte bestehe darin, zu helfen, Unterkünfte bereitzustellen und die dort untergekommenen Menschen mit humanitärer Hilfe, Laken, Decken und Lebensmitteln zu versorgen. Brücken und Straßen in Bahia seien zudem zerstört und behelfsmäßig wieder repariert worden, um den Bedürftigen Essen und andere Güter bringen zu können. Mindestens fünf Dämme im Staat drohten überdies zu bersten, sagte Filho weiter.

Gouverneur Costa ergänzte, noch immer habe man keine vollständige Liste von all den Schäden und der Menge von Gebäuden, die ersetzt werden müssten. Unmöglich sei es auch, einen Zeitrahmen für den Wiederaufbau zu nennen. Allein für Bahia hat die Bundesregierung einen Notfallfonds im Umfang von 80 Millionen Real (rund 12,5 Millionen Euro) freigegeben. Weitere Mittel sollen an andere Regionen fließen, die ebenfalls in jüngsten Wochen von schweren Regenfällen betroffen waren und noch immer unter den Folgen leiden. Überschwemmungen gab es zuletzt auch in mindestens fünf anderen Regionen im Norden und Südosten Brasiliens.

(L'essentiel/DPA/roy)

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