Marseille – Uefa will nach Krawallen Verfahren eröffnen

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MarseilleUefa will nach Krawallen Verfahren eröffnen

Die Szenen im Stade Vélodrome könnten den beteiligten Ländern im Nachhinein Probleme bereiten. Die Uefa ermittelt. Russische Fans waren bereits vor vier Jahren auffällig geworden.

Wegen der Fantumulte nach der EM-Begegnung zwischen Russland und England in Marseille drohen den beiden beteiligten Verbänden Disziplinarmaßnahmen. Der europäische Fußballverband Uefa kündigte an, wegen der Ausschreitungen ein Verfahren zu eröffnen. Russland muss dabei größere Strafmaßnahmen als England befürchten, weil russische Fans offenbar hauptsächlich für die Vorfälle im Stade Vélodrome verantwortlich waren.

Zu gewalttätigen Auseinandersetzungen zwischen russischen und englischen Fans war es bereits an den beiden Vorabenden des Spiels und auch kurz vor Anpfiff vor dem Stadion gekommen. Entscheidend sind allerdings die Szenen, die sich nach dem Ende der Begegnung innerhalb der Arena abgespielt haben.

England-Fans seltener gewalttätig

«Die Uefa kann Disziplinarmaßnahmen nur für Vorfälle ergreifen, die im Stadionumkreis passiert sind», teilte der Verband mit. Zwischenfälle an anderen Orten werden in der Regel nicht bestraft. Nach dem 1:1-Unentschieden zwischen England und Russland waren russische Fans im Stadion auf Engländer losgegangen. Die England-Anhänger flohen in Panik von den Stadionrängen.

Die Ermittler der Uefa könnten das Verhalten russischer Anhänger bei der Fußball-Europameisterschaft vor vier Jahren in Polen und der Ukraine mit in ihre Überlegungen einbeziehen. Damals wurden eine Reihe von Strafmaßnahmen gegen den russischen Fußballverband erhoben. Obwohl englische Fußball-Hooligans einen üblen Ruf haben, sind England-Fans bei jüngsten EM-Turnieren eher seltener als gewalttätig aufgefallen.

Russland unter UEFA-Beobachtung

Russland stand bei der Begegnung am Samstag unter besonderer Beobachtung der Uefa: Es war das erste vom europäischen Verband organisierte Spiel, seit Bewährungssanktionen nach Vorfällen mit russischen Fans in Polen 2012 aufgehoben wurden. Damals hatten Russen während des 4:1-Auftaktsieges ihrer Mannschaft gegen Tschechien in Breslau Stadionsicherheitskräfte angegriffen. Eine Geldstrafe in Höhe von 37.500 Euro gab es für rassistische Rufe gegen den bei Werder Bremen unter Vertrag stehenden schwarzen Tschechen Theodor Gebre Selassie.

(L'essentiel/foa/sda)

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