Angriff auf Ukraine: 260 Soldaten aus Asow-Stahlwerk evakuiert

Angriff auf Ukraine260 Soldaten aus Asow-Stahlwerk evakuiert

Seit mehreren Wochen herrscht in der Ukraine Krieg. Am 19. April hat Russland eine groß angelegte Offensive auf die Ostukraine gestartet. L'essentiel liefert die aktuellsten News zum Krieg.

von
L'essentiel & Agenturen

Das Wichtigste in Kürze:

  • Am 24. Februar hat die russische Armee einen Angriffskrieg auf die Ukraine gestartet.

  • Es kommt zu Bombardierungen und Raketenangriffen, die vermehrt auch zivile Einrichtungen treffen.

  • Mehrere Verhandlungen der beiden Parteien sind bisher gescheitert.

  • Helfer bezeichneten die humanitäre Situation insbesondere in Mariupol als «katastrophal». Die Stadt am Asowschen Meer ist seit Wochen umkämpft.

  • Mehrere Länder werfen Russland Kriegsverbrechen vor. So sollen die russischen Truppen verbotene Brandbomben einsetzen und gezielt zivile Ziele und Helfer angreifen.

  • Seit Kriegsbeginn befinden sich nach UN-Angaben mehr als 5,5 Millionen Menschen auf der Flucht.

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Dienstag, 17.05.2022
07:21

Russland setzt auf «wahllosen Artilleriebeschuss»

Die russischen Streitkräfte setzen im Krieg gegen die Ukraine nach britischen Erkenntnissen zunehmend auf «wahllosen Artilleriebeschuss». Russland habe nur begrenzte Möglichkeiten zur Erfassung von Zielen und scheue zudem das Risiko, Kampfflugzeuge über ukrainisch kontrolliertem Gebiet einzusetzen, teilte das Verteidigungsministerium in London am Dienstag unter Berufung auf die Geheimdienste mit. «In den kommenden Wochen wird sich Russland wahrscheinlich weiterhin stark auf massive Artillerieangriffe verlassen, wenn es seine Offensive im Donbass wieder in Schwung zu bringen versucht.»

Während des erfolglosen russischen Angriffs auf die Hauptstadt Kiew seien im nordukrainischen Gebiet Tschernihiw rund 3500 Gebäude zerstört oder beschädigt worden, teilte das Ministerium weiter mit. Rund 80 Prozent der Zerstörungen beträfen Zivilgebäude. «Das Ausmaß dieser Schäden zeigt die Bereitschaft Russlands, Artillerie gegen Wohngebiete einzusetzen.» Dabei werde nur minimal auf Verhältnismäßigkeit gesetzt.

06:38

Ukraine meldet schwere Gefechte um Großstadt Sjewjerodonezk

Das ukrainische Militär hat nach eigenen Angaben russische Truppen vor der Großstadt Sjewjerodonezk im Osten des Landes zurückgeworfen. «Nahe der Ortschaft Syrotyne haben die russischen Eroberer Verluste erlitten und sich zurückgezogen», teilte der Generalstab am Dienstag in seinem Lagebericht mit. Syrotyne liegt vier Kilometer südlich von Sjewjerodonezk. Auch in mehreren anderen Richtungen seien die russischen Truppen erfolglos geblieben.

Auch der Gouverneur der Region Luhansk, Serhij Hajdaj, berichtete aus der Umgebung der Großstadt von schweren Gefechten. In den Vororten Girske und Solotoje seien mehrere Häuser durch Artilleriegeschosse zerstört worden. Die Russen hätten sich aber auch dort zurückziehen müssen. «Die Verluste des Feindes sind hoch», schrieb Hajdaj auf seinem Telegram-Kanal. Von unabhängiger Seite waren die Angaben nicht zu überprüfen.

Die Agglomeration Sjewjerodonezk-Lyssytschansk ist die letzte Region im ostukrainischen Gebiet Luhansk, die derzeit noch von regierungstreuen Truppen kontrolliert wird. Die prorussischen Rebellen und die russische Armee haben inzwischen rund 90 Prozent des Gebiets erobert. Sie versuchen seit Wochen, die Städte einzukesseln und einzunehmen.

05:36

Russische Grenzregion meldet neuen Beschuss

In der westrussischen Region Kursk an der Grenze zur Ukraine sind nach Behördenangaben mehrere Gebäude unter Feuer genommen und beschädigt worden. «Heute, um fünf Uhr morgens, wurde das Grenzdorf Alexejewka im Kreis Gluschkowo mit schweren Waffen beschossen», teilte Gouverneur Roman Starowoit am Dienstag mit. Demnach wurden drei Wohnhäuser, eine Schule und ein Fahrzeug beschädigt. Verletzte habe es nicht gegeben.

Nach russischen Angaben handelt es sich um einen Angriff aus der Ukraine. Das Feuer sei durch den Grenzschutz erwidert worden. Aus der Ukraine gab es zunächst keinen Kommentar. Nach Beginn des russischen Angriffskriegs Ende Februar gerieten in den vergangenen Wochen auch grenznahe russische Gebiete unter Beschuss.

05:01

Ukraine-Krieg verschärft Mangelernährung von Kindern

Der Ukraine-Krieg verschärft nach Unicef-Angaben das Problem schwerer Mangelernährung bei Kindern. «Bereits vor dem Krieg in der Ukraine hatten viele Familien aufgrund von Konflikten, Klimaschocks und den Auswirkungen der Covid-19-Pandemie Schwierigkeiten, ihre Kinder zu ernähren», sagte die Unicef-Exekutivdirektorin Catherine Russell. Jetzt entstünden zusätzliche Probleme. Die Ukraine, die als Kornkammer Europas gilt, kann durch den Krieg unter anderem viel weniger Getreide exportieren.

Der am Dienstag veröffentlichte Unicef-Bericht «Schwere akute Mangelernährung: Eine tödliche Gefahr für Kinder» warnt, dass sowohl die Zahl der von Mangelernährung betroffenen Kinder als auch die Kosten für von ihnen benötigte Zusatznahrung steigen werden. Zusatznahrung, auch Erdnusspaste genannt, besteht vor allem aus Erdnüssen, Öl, Zucker und Milchpulver. Sie ist auch ungekühlt lange haltbar. Unicef ist nach eigenen Angaben weltweit der Hauptlieferant solcher Erdnusspaste.

00:20

Laute Explosionen in Lwiw

Mehrere Explosionen haben das westukrainische Lwiw erschüttert. Ein Team der Nachrichtenagentur AP beobachtete in der Nacht zum Dienstag, wie das grelle Licht der Detonationen kurz nach Mitternacht den Himmel im Westen der Stadt erhellte. Augenzeugen zählten mindestens acht laute Explosionen, bald darauf verbreitete sich Brandgeruch. In Lwiw gilt aktuell zwischen 23.00 und 6.00 Uhr eine Ausgangssperre.

Gebietsgouverneur Maxym Kosyzkyj teilte über Telegram mit, dass «laut vorläufigen Informationen die Luftabwehr funktionierte». Dies deutete auf mögliche Raketenangriffe hin. Lwiws Bürgermeister Andrij Sadowyj schrieb auf Facebook, es gebe bislang keine Bestätigung, dass Raketen die Stadt getroffen hätten. «Lasst uns dafür jene danken, die unseren Himmel schützen!» Für den Morgen kündigte der Bürgermeister weitere Details an. «Passt auf euch auf und ignoriert den Luftalarm nicht!»

Montag, 16.05.2022
21:30

Evakuierung von Soldaten

Nach wochenlanger Blockade haben gut 260 ukrainische Soldaten nach Behördenangaben das Asow-Stahlwerk in Mariupol verlassen. Sie sollen in von russischen Truppen besetztes Gebiet gebracht werden und später in einem Gefangenenaustausch zurückkehren, wie der ukrainische Generalstab am Montag bei Facebook mitteilte.

53 Schwerverletzte seien am Montag zur Behandlung nach Nowoasowsk und 211 weitere Soldaten nach Oleniwka gebracht worden, erklärte das ukrainische Verteidigungsministerium am Abend. Beide Orte liegen in Gebieten unter Kontrolle des russischen Militärs.

«Wir hoffen, dass wir das Leben unserer Jungs retten können», sagte der ukrainische Präsident Wolodimir Selenski in einer Videobotschaft. «Ich möchte unterstreichen: Die Ukraine braucht ihre ukrainischen Helden lebend. Das ist unser Prinzip.»

Das Asow-Stahlwerk ist die letzte Bastion der ukrainischen Armee in der strategisch wichtigen Hafenstadt. In den vergangenen Wochen waren zunächst hunderte Zivilisten aus dem riesigen Industriekomplex in Sicherheit gebracht worden. Hunderte ukrainische Soldaten harrten aber weiterhin dort aus. Nach ukrainischen Angaben waren es noch rund 1000, darunter 600 Verletzte.

Das Asow-Stahlwerk ist zu einem Symbol des ukrainischen Widerstands in Mariupol geworden.

Das Asow-Stahlwerk ist zu einem Symbol des ukrainischen Widerstands in Mariupol geworden.

IMAGO/Cover-Images

19:38

Ukraine: 19 Zivilisten in Gebieten Donezk und Luhansk getötet

In den umkämpften ostukrainischen Gebieten Donezk und Luhansk sind nach Behördenangaben mindestens 19 Zivilisten getötet worden. «Infolge des Beschusses von Sjewjerodonezk gab es mindestens zehn Tote», teilte der Militärgouverneur des Gebiets Luhansk, Serhij Hajdaj, am Montag im Nachrichtendienst Telegram mit. Es sei aufgrund der Angriffe jedoch äußerst schwer, die Örtlichkeit zu überprüfen. Im benachbarten Donezker Gebiet wurden nach Angaben des örtlichen Militärgouverneurs Pawlo Kyrylenko weitere neun Zivilisten getötet. Sechs weitere Menschen wurden verletzt.

Russland führt seit beinahe drei Monaten einen Angriffskrieg gegen die Ukraine. Die Vereinten Nationen haben dabei über 3600 getötete Zivilisten erfasst, gehen aber von weitaus höheren Opferzahlen aus.

19:02

Scholz sieht kein baldiges Kriegsende - Sorge vor Eskalation

Der deutsche Bundeskanzler Olaf Scholz (SPD) sieht keine Anzeichen für ein baldiges Ende des Ukraine-Kriegs und warnt sogar vor einer Eskalation. «Bisher ist es leider nicht so zu erkennen, dass die Einsicht gewachsen ist, dass man das jetzt hier so schnell wie möglich beendet», sagte Scholz am Montag in der Sendung «RTL Direkt». Man müsse sich auch «Sorgen machen, dass es eine Eskalation des Krieges gibt».

Der Kanzler betonte aber, dass man sich dadurch nicht lähmen lassen dürfe. «Sondern wir müssen in der Lage sein, vernünftige, sehr bewusste und auch sehr mutige Entscheidungen zu treffen. Die haben wir getroffen.»

Scholz betonte, dass Deutschland weiter Waffen in die Ukraine liefern werde. Er rechne mit einer «relativ zügigen» Bereitstellung der versprochenen Flugabwehrpanzer der Bundeswehr vom Typ Gepard. Er verwies aber darauf, dass dafür weiterhin Munition im Ausland gesucht werde.

Die Gepard-Panzer sind die ersten schweren Waffen, die die Bundesregierung für die Ukraine genehmigt hat. Außerdem sollen Panzerhaubitzen und Mörser geliefert werden. Über weitere Angebote der Industrie, zum Beispiel Marder-Schützenpanzer oder Leopard-Kampfpanzer, ist noch keine Entscheidung bekannt.

Scholz bekräftigte aber auch, dass er keine Entscheidung treffen werde, die zu einem direkten Konflikt zwischen der Nato und Russland führen würde. Eine Flugverbotszone, die den Einsatz von Kampfjets erfordern würde, lehnte er erneut ab. Das würde einen Kriegseintritt der Nato bedeuten, sagte er zur Begründung.

Michael Kappeler/dpa

17:45

Kiew meldet Vernichtung russischer Depots, schweigt zu Evakuierung

Das ukrainische Militär hat nach eigenen Angaben russische Angriffsversuche im Osten des Landes weitgehend gestoppt und mehrere Munitionslager zerstört. «Durch den Beschuss feindlicher Depots, die in der Stadt Isjum stationiert waren, haben die Verteidigungskräfte große Munitionsbestände vernichtet», teilte der ukrainische Generalstab in seinem Lagebericht am Montagabend mit.

Den Angaben der Kiewer Militärs zufolge wurden russische Angriffe in der ostukrainischen Donbass-Region überall abgewehrt. So seien Vorstöße Richtung Sjewjerodonezk, Lyman, Bachmut, Kurachowe und Awdijiwka zurückgeschlagen worden.

Nördlich von Charkiw seien die russischen Truppen zur Verteidigung übergegangen und versuchten, den Vormarsch der ukrainischen Streitkräfte Richtung Grenze zu stoppen. Bei der Kleinstadt Isjum, südlich von Charkiw bereiteten die Russen eine neue Offensive vor.

Mariupol wird dem Bericht nach weiter schwer von Artillerie und Luftwaffe beschossen. «Die Hauptanstrengungen des Feindes in Mariupol zielen auf die Blockade und Vernichtung unserer Einheiten im Werk Azovstal ab», heißt es in dem Bericht.

Das russische Verteidigungsministerium hatte zuvor vom Beginn der Evakuierung des Stahlwerks berichtet. Demnach seien schwer verletzte ukrainische Kämpfer aus der Fabrik gebracht worden. Kiew hat diese Meldungen bislang nicht kommentiert. Unabhängig konnten die Angaben beider Seiten nicht überprüft werden.

17:32

Türkei will Finnland und Schweden nicht in Nato sehen

Die Türkei hat angekündigt, bei der Frage eines Nato-Beitritts Finnlands und Schwedens ihr Veto einzureichen. Man würde zu einem Eintritt der beiden Staaten in das Verteidigungsbündnis «nicht Ja sagen» erklärte Staatsoberhaupt Recep Tayyip Erdogan am Montagabend gemäß der Nachrichtenagentur AFP.

14:40

Russischer Angriff trifft Lager mit hoch entzündlichem Ammoniumnitrat nahe Charkiw

Ein Angriff hat in der Region um die Stadt Charkiw im Nordosten der Ukraine ein Lager mit hoch entzündlichem Ammoniumnitrat getroffen. Der Gouverneur der Nachbarregion Donezk teilte am Montag im Messengerdienst Telegram ein Foto einer orangefarbenen Rauchwolke über Feldern, ergänzte aber, die Explosion stelle «keine Gefahr für die örtliche Bevölkerung dar». Die russische Nachrichtenagentur RIA behauptet, «Ukrainische Spezialkräfte» hätten das Lager in die Luft gesprengt, um Russland dafür verantwortlich zu machen.

Der Gouverneur sagt jedoch, dass ein «russisches Geschoss» das Lager getroffen habe. Die Rauchsäule über dem Depot wirke zwar erschreckend, es gebe aber keinen Grund zur Panik.

Ammoniumnitrat ist ein hoch entzündlicher Stoff, der für die Herstellung von Stickstoffdünger verwendet wird – aber auch als Grundlage für Sprengstoff. Die Substanz führt immer wieder zu verheerenden Unfällen. So löste in der libanesischen Hauptstadt Beirut gelagertes Ammoniumnitrat im August 2020 die verheerenden Explosionen aus, die den Hafen und einen erheblichen Teil der Stadt zerstörten.

Die ukrainische Armee hatte zuvor weitere Geländegewinne in der Region Charkiw gemeldet. Soldaten der 127. Brigade hätten «die Russen vertrieben und die Staatsgrenze zurückerobert», teilte das Verteidigungsministerium in Kiew mit. In einem vom Ministerium veröffentlichten Video war eine Gruppe ukrainischer Soldaten an einem gelb-blauen Grenzpfosten zu sehen. Die ukrainische Armee bereitete sich derweil auf verstärkte Angriffe Russlands in der östlichen Donbass-Region vor

Diese Aufnahme hat die russische Nachrichtenagentur RIA veröffentlicht.

Diese Aufnahme hat die russische Nachrichtenagentur RIA veröffentlicht.

Screenshot/RIA
14:39

EU und USA wollen ukrainischer Wirtschaft helfen

Die USA und die EU wollen gemeinsam die Weltwirtschaft vor Auswirkungen des russischen Kriegs in der Ukraine schützen. Beide Seiten wollten auch mit der Ukraine zusammenarbeiten, «um ihre Wirtschaft wiederaufzubauen und Handel und Investitionen zu erleichtern», teilte der Handels- und Technologierat der EU und der USA nach einem Treffen am Montag in Frankreich mit.

Der EU-Vizekommissionspräsident Valdis Dombrovskis verwies in einer Pressemitteilung auf eine «beispiellose transatlantische Zusammenarbeit bei Exportkontrollen». Mit solchen Kontrollen soll den Angaben zufolge verhindert werden, dass Russland seine militärischen Fähigkeiten ausbaut.

13:34

Verletzte Kämpfer werden aus Werk in Mariupol herausgeholt

Nach tagelangen Verhandlungen haben sich das russische und das ukrainische Militär nach Angaben aus Moskau darauf geeinigt, verletzte Kämpfer aus dem Stahlwerk in Mariupol herauszuholen. In der Ukraine gab es dafür zunächst keine offizielle Bestätigung. Das Verteidigungsministerium in Moskau teilte am Montag mit, dass eine Feuerpause gelte und ein humanitärer Korridor geöffnet werde. Die ukrainischen Kämpfer sollten in der von prorussischen Separatisten kontrollierten Stadt Nowoasowsk im Osten der Ukraine medizinisch versorgt werden.

Die Regierung in Kiew hatte stets gefordert, die Verletzten auf das von der Ukraine kontrollierte Gebiet oder in ein Drittland zu überstellen. Bereits am Morgen hatten prorussische Separatisten gemeldet, dass die ersten ukrainischen Kämpfer sich ergeben und das Stahlwerk mit weißen Fahnen verlassen hätten. Später wurde dies von ukrainischer Seite dementiert.

Nach ukrainischen Angaben sollen sich in der Industriezone des Unternehmens Azovstal rund 1000 Verteidiger Mariupols verschanzt haben. Hunderte von ihnen sollen verletzt sein. Der russische Präsident Wladimir Putin, der den Krieg gegen die Ukraine am 24. Februar begonnen hatte, forderte die Kämpfer wiederholt auf, die Waffen niederzulegen und sich zu ergeben. Das lehnten sie ab, weil sie sich nicht in russische Gefangenschaft begeben wollten.

13:22

Moskau meldet Waffenruhe-Vereinbarung für Asow-Stahlwerk

Russland und die Ukraine haben nach Angaben des Verteidigungsministeriums in Moskau eine Waffenruhe für das seit Wochen umkämpfte Asow-Stahlwerk in Mariupol erzielt. Die Vereinbarung zur Evakuierung verletzter ukrainischer Soldaten sei mit im Asow-Stahlwerk «blockierten Vertretern des ukrainischen Militärs» erzielt worden, teilte das Ministerium am Montag mit. Die Verletzten sollen demnach in «medizinische Einrichtungen» im von russischen und pro-russischen Kämpfern kontrollierten Gebiet Nowoasowsk gebracht werden.

Das Asow-Stahlwerk ist die letzte Bastion der ukrainischen Armee in der strategisch wichtigen Hafenstadt Mariupol. In den vergangenen Wochen waren hunderte Zivilisten aus dem riesigen Industriekomplex in Sicherheit gebracht worden. Hunderte ukrainische Soldaten harren dort weiterhin aus, unter ihnen sollen zahlreiche Verletzte sein.

13:07

Schweden will Antrag auf Nato-Mitgliedschaft einreichen

Schweden will Nato-Mitglied werden. Das Land werde einen Antrag zur Aufnahme in das Verteidigungsbündnis stellen, sagte die schwedische Ministerpräsidentin Magdalena Andersson am Montag in Stockholm. Zuvor hatten fast alle Parteien im Parlament ihre Unterstützung für einen Beitrittsantrag zum Ausdruck gebracht.

11:18

Ukraine wehrt russischen Angriff im Norden ab

Ukrainische Grenzsoldaten haben nach eigenen Angaben am Montag einen Versuch der russischen Streitkräfte abgewehrt, Truppen in die Region Sumy im Norden des Landes zu entsenden. Der Grenzschutz teilte mit, die Angreifer hätten Granatwerfer und Maschinengewehre eingesetzt, um eine «Sabotage- und Aufklärungsgruppe» zu decken, die von Russland aus die Grenze überquerte.

Die ukrainischen Soldaten hätten das Feuer erwidert und die russische Truppe zum Rückzug über die Grenze nach Russland gezwungen, erklärte der Grenzschutz. In der Region Sumy kam es in den vergangenen Wochen nicht mehr zu schweren Gefechten. Zu Beginn des Krieges marschierten russische Truppen durch das Gebiet, um sich mit den Streitkräften in der Nähe der Hauptstadt Kiew zu vereinigen. Anfang April zogen sie sich jedoch zurück, um sich auf die Kämpfe in der Ostukraine zu konzentrieren.

10:52

McDonald’s zieht sich komplett aus Russland zurück

Als Reaktion auf den russischen Angriffskrieg gegen die Ukraine zieht sich der US-Fastfood-Konzern McDonald’s komplett und dauerhaft aus Russland zurück. Das teilte das Unternehmen am Montag mit. Seine rund 850 Filialen in Russland hatte McDonald’s bereits Anfang März geschlossen und beginnt nun mit dem Verkauf der Immobilien. Die Markensymbole soll der neue Besitzer der Restaurants nicht weiter nutzen können. Für den Rückzug aus Russland wird McDonald's nach eigenen Angaben Sonderkosten in Höhe von 1,2 bis 1,4 Milliarden US-Dollar verbuchen, unter anderem für Abschreibungen und Fremdwährungsverluste.

Menschen sitzen vor einer geschlossenen McDonald's-Filliale in Moskau.

Menschen sitzen vor einer geschlossenen McDonald's-Filliale in Moskau.

Reuters

Wegen des russischen Angriffskriegs gegen die Ukraine haben sich zahlreiche westliche Unternehmen bereits vom russischen Markt zurückgezogen – vorübergehend oder für immer. Der Boykott reicht von Apple über BMW und Ikea bis hin zu Siemens und Visa. Westliche Staaten haben harte Sanktionen gegen Russland verhängt.

08:59

Russischer Gas-Transit durch die Ukraine geht weiter zurück

Der Transit von russischem Gas durch die Ukraine ist im Zuge von Krieg und Sanktionen weiter zurückgegangen. Am Montag sollten nach Angaben des russischen Energiekonzerns Gazprom nur noch 46,8 Millionen Kubikmeter Gas durch das ukrainische Leitungsnetz in Richtung Europa gepumpt werden. Die vertraglich mögliche maximale Auslastung liegt bei 109 Millionen Kubikmetern täglich. Eingespeist werden könne das Gas weiter nur noch über den Punkt Sudscha auf russischem Staatsgebiet, sagte Gazprom-Sprecher Sergej Kuprijanow laut Agentur Interfax.

Die Durchleitung des russischen Gases durch das Nachbarland war in der vergangenen Woche deutlich gefallen, weil die Ukraine kriegsbedingt einen Pipeline-Strang durch die schwer umkämpfte Region Luhansk geschlossen hat. Zudem verhängte Russland Sanktionen gegen ehemalige Tochtergesellschaften von Gazprom im Ausland – woraufhin der Transit noch weiter zurückging. Ob und inwieweit der drastische Rückgang mit den Sanktionen zusammenhängt, ist weiter offen.

08:38

Ukrainisches Militär meldet erneut Angriffe im Osten

Die russischen Truppen konzentrieren sich nach Angaben des ukrainischen Militärs bei ihren jüngsten Angriffen auf die Region Donezk im Osten. Ziel seien zivile und militärische Einrichtungen in mehreren Städten und Gemeinden, teilte der ukrainische Generalstab am Montag mit. Auch das Azovstal-Werk in der Hafenstadt Mariupol sei erneut Luft- und Artillerieangriffen ausgesetzt.

In der Region Donezk attackierten die russischen Streitkräfte den Angaben zufolge militärische Befestigungen und ukrainische Einheiten, und feuerten Artillerie auf zivile Infrastruktur in den Orten Dowhenke, Ruski Tyschki, Ternowa und Petriwka ab. Rund um die zweitgrößte ukrainische Stadt Charkiw konzentrieren sich die russischen Streitkräfte nun darauf, Positionen zu halten und das Vorrücken der ukrainischen Truppen in Richtung Grenze zu verhindern, wie der Generalstab erklärte.

08:22

Nato-Ambitionen Finnlands sind «schwerer Fehler»

Wie der stellvertretende russische Außenminister Sergej Rjabkow gegenüber der staatlichen Nachrichtenagentur «Ria Novosti» sagt, werde die Regierung in Moskau einen Nato-Beitritt von Schweden und Finnland nicht akzeptieren. Zuvor hatten beide Länder ein wachsendes Interesse an einem Beitritt zum Verteidigungsbündnis gefordert, die finnische Regierung hat bereits dafür gestimmt, ein Gesuch zu stellen.

«Diese Entscheidung ist ein folgenreicher Fehler. Sie sollten sich keine Illusionen machen, dass sich das Russland einfach gefallen lassen wird», so Rjabkow. Der Vize-Außenminister warnt vor einer Zunahme von militärischen Spannungen und damit einhergehend von weniger Vorhersehbarkeit im Bereich der globalen Sicherheit.

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