Großbritannien: Um 12 Uhr werden Archies Maschinen abgestellt

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GroßbritannienUm 12 Uhr werden Archies Maschinen abgestellt

Ein Berufungsantrag vor dem Europäischen Gerichtshof wurde am Mittwochabend abgelehnt. Nun streiten sich die Eltern mit der Klinik, wo der Zwölfjährige sterben soll.

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Am 3. August 2022 lehnte der Europäische Gerichtshof für Menschenrechte eine Entscheidung über die lebenserhaltenden Maßnahmen für einen unheilbar kranken Jungen in Großbritannien ab.

Am 3. August 2022 lehnte der Europäische Gerichtshof für Menschenrechte eine Entscheidung über die lebenserhaltenden Maßnahmen für einen unheilbar kranken Jungen in Großbritannien ab.

Screenshot/Privat
Archie liegt seit einem Unfall im April 2022 im Koma.

Archie liegt seit einem Unfall im April 2022 im Koma.

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Hollie Dance und Paul Battersbee führen seit Wochen einen verzweifelten Rechtsstreit, um ihren Sohn Archie gegen den Rat der Ärzte am Leben zu halten.

Hollie Dance und Paul Battersbee führen seit Wochen einen verzweifelten Rechtsstreit, um ihren Sohn Archie gegen den Rat der Ärzte am Leben zu halten.

Facebook/poledanceuk

Die Eltern des unheilbar kranken englischen Jungen Archie wollen den Zwölfjährigen zum Sterben in ein Hospiz bringen lassen. Die behandelnde Klinik stellt sich aber quer und hat eine letzte Frist zum Einspruch genannt. Die Eltern hätten bis 9 Uhr (Ortszeit, 10 Uhr MESZ) Gelegenheit, juristisch gegen die Entscheidung des Krankenhauses vorzugehen, teilte der Klinikbetreiber Barts Health NHS Trust am späten Mittwochabend in London mit. Ansonsten würden um 11 Uhr die lebenserhaltenden Maßnahmen eingestellt.

«Archie ist in einem solch instabilen Zustand, dass ein erhebliches Risiko sogar dann besteht, wenn er innerhalb seines Krankenhausbettes gedreht wird, was im Rahmen seiner fortlaufenden Pflege erfolgen muss», hieß es vom Betreiber weiter. «Dies bedeutet, dass in seinem Zustand eine Verlegung mit dem Krankenwagen in eine völlig andere Umgebung höchstwahrscheinlich die vorzeitige Verschlechterung beschleunigen würde, die die Familie vermeiden möchte, selbst mit voller Intensivausrüstung und Personal auf der Reise.» Dies sei der Familie erklärt worden.

Europäischer Gerichtshof greift nicht ein

Das höchste britische Gericht hatte die Entscheidung der behandelnden Ärzte gestützt, Archie sterben zu lassen. Dies sei im besten Interesse des Jungen. Auch ein letzter Appell der Eltern an den Europäischen Gerichtshof für Menschenrechte in Straßburg blieb erfolglos. Das Organ des Europarats lehnte es am Mittwochabend ab, sich in den Fall einzumischen. Archies Mutter Hollie Dance zeigte sich daraufhin gebrochen. «Das ist das Ende», sagte sie vor Reportern in London. Dance warf der Klinik vor, sie breche ihr Versprechen, dass Archie in einem juristischen «Worst-Case-Szenario» in ein Hospiz kommen könne.

Archie liegt seit April im Koma. Bei einem Unfall zu Hause in Southend-on-Sea hatte er sich schwere Hirnverletzungen zugezogen, womöglich bei einer Internet-Mutprobe. Der Fall erinnert an ähnliche Auseinandersetzungen um unheilbar kranke Kinder in Großbritannien. Was im besten Sinne des Patienten ist, entscheiden oft Richter auf Empfehlung von Medizinern. Der finanziell stark unter Druck stehende britische Gesundheitsdienst neigt dazu, lebenserhaltende Maßnahmen sehr viel früher zu entziehen, als das in anderen europäischen Ländern der Fall wäre, wo es zuweilen eher Konflikte gibt, wenn Kranke oder Angehörige Geräte aus eigenem Willen abschalten wollen.

(DPA/kle/chk)

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