Game-Verfilmung – «Uncharted»-Entwickler stellen Film-Autor bloß

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Game-Verfilmung«Uncharted»-Entwickler stellen Film-Autor bloß

«Uncharted» soll «Uncharted» bleiben – auch im Film, das erklärt der Drehbuchautor. Dumm nur: Die Game-Entwickler haben das Script noch nicht gesehen.

Fangen wir mit den guten Neuigkeiten an. Nach dem riesigen Erfolg der Comicverfilmung «Deadpool» an den Kinokassen sind Filme mit R-Rating – also mit einer Altersfreigabe ab 17 Jahren – in Hollywood hoch im Kurs. Der aktuelle Wolverine-Film «Logan» profitiert davon, genauso wie offenbar die geplante Verfilmung des Action-Abenteuers «Uncharted».

Der Schreiber des Films, Joe Carnahan, hat in einem Interview mit der Film-Website Collider.com erklärt, er mache beim Verfassen des Drehbuchs keine Kompromisse. Er habe das Buch so geschrieben, wie das Game ist. «Es wird geflucht, Sprüche werden geklopft – und ich habe all die Sachen drin gelassen, die das Game ausmachen. Es wird definitiv kein Film, der schon ab 13 Jahren freigegeben wird.»

Ähnlichkeiten mit «Indiana Jones»

Des Weiteren diskutierte der Drehbuchschreiber und Regisseur («The A-Team») die Frage, ob eine klare Abgrenzung zwischen Hauptfigur Nathan Drake und Indiana Jones überhaupt möglich sei. Immerhin gelten die «Uncharted»-Titel als eine Art Game-Version der «Indiana Jones»-Filme. Nicht nur, weil beide Hauptfiguren nach antiken Schätzen suchen und regelmäßig in haarsträubende Situationen geraten.

Carnahan gibt zu, selbst ein riesiger «Indy»-Fan zu sein. Dies sei einer der Gründe gewesen, weshalb ihn die Verfilmung des Games gereizt habe. Dennoch sei Nathan Drake für ihn ein ganz anderes Kaliber als die Figur von Harrison Ford: «Drake ist kein Archäologe, sondern ein Schatzjäger. Er hat nicht dieses wissenschaftliche Interesse an der Archäologie wie Indy.» Für Drake seien Kuratoren Schurken.

Naughty Dog ist sauer

Die Fangemeinde hat also gleich doppelt Grund zur Freude: Erstens, weil der zuletzt verschobene Film nun doch ins Rollen zu kommen scheint – und weil der Streifen offenbar auch einen Autoren hat, der sich mit der Sache auseinandersetzt. Dumm nur, dass man beim Entwickler Naughty Dog davon nichts weiß. Neil Druckmann, der Autor von «Uncharted 4: A Thief's End», stellte per Twitter klar, dass weder er noch seine Kollegen etwas über den Film wissen. Niemand bei Naughty Dog habe das Drehbuch gelesen oder sei in die Entwicklung involviert.

Mehr noch: Weil sich Carnahan – der in Hollywood für sein nicht eben kleines Ego bekannt ist – damit brüstet, dass man bei Naughty Dog mit seinem Script sehr zufrieden sei, erhielt er von Druckmann gleich noch einen drauf. Erneut per Tweet stellte er klar: «Wir wissen nichts über den Film. Und wir wären froh, wenn er [Carnahan – Anm. der Red.] aufhören würde, so zu tun, als hätte er unseren Support.»

(L'essentiel/srt)

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