Skandal-Politikerin – Und jetzt nochmal ganz offiziell nackt

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Skandal-PolitikerinUnd jetzt nochmal ganz offiziell nackt

Die Ex-Vizeministerin Costa Ricas, Karina Bolaños, meldet sich nach dem Skandal um ihr Erotik-Video erstmals zu Wort: Neben freizügigen Fotos übt sie harte Kritik an ihrem Land.

Bis jetzt war es ruhig um Karina Bolaños. Nachdem die Politikerin wegen eines Erotik-Videos ihres Amtes als Vizeministerin für Jugend und Kultur von Costa Rica vor fünf Wochen enthoben wurde, schlägt sie nun zurück. In einem Interview für das spanische Magazin «Interviú» zeigt sich die Frau nicht nur nackt, sondern teilt auch heftig gegen diejenigen aus, die sie ihrer Meinung nach im Stich gelassen haben.

Für das Gespräch reiste Bolaños extra nach Madrid. Böse Zungen behaupten, dass sie von den Spaniern 20 000 Euro plus Reisekosten bezahlt bekam, doch keine der beiden Parteien wollte die Summe bestätigen. Saftig ist der Artikel ohnehin, denn Bolaños spricht Klartext: Die Affäre um ihr Video sei von der Regierung von Präsidentin Laura Chinchilla absichtlich so groß gefahren worden, um die «Korruption zu vertuschen.»

Chinchilla habe ihr Privatleben beurteilt, «statt nach dem Verantwortlichen zu suchen, der meine Intimsphäre verletzte und das Video publik machte.» Bolaños hat aufgrund der veröffentlichten Aufnahmen Familie und Job verloren. Die Präsidentin würde «aber nur die Korrupten» in ihrem Land beschützen, unter anderem ihren eigenen Bruder Adrian, meint Bolaños. Präsidentin Chinchilla habe sich als «die Königin der Machisten» entpuppt, «in einem Land mit Doppelmoral», denn außereheliche Liebesaffären würden «bei männlichen Politikern ganz anders behandelt.»

Unterschiede zum Spanien-Fall

Der Journalist von «Interviú» fragt nach dem Empfänger der Video-Botschaft, in der Bolaños sich auf einem Bett räkelnd einem gewissen «Pequis» erzählt, wie sehr sie ihn liebe. Die Politikerin weigerte sich jedoch weiterhin, die Identität des mysteriösen Mannes zu verraten. Nur so viel: Es ist angeblich nicht - wie vermutet - Ex-Präsident José María Figueres.

Bolaños kommentierte zudem den jüngsten Fall aus Spanien, bei dem die Kommunalpotikerin Olvido Hormigos nach der Veröffentlichung eines Sex-Videos die Unterstützung ihrer Arbeitskollegen erhielt. «Mich hingegen haben alle hängen lassen.»

Aus Regierunsgkreisen wollte man Bolaños' harte Aussagen nicht kommentieren. Präsidentin Chinchilla sagte sogar eine geplante Pressekonferenz ab, um sich keine unbequemen Fragen stellen zu müssen. Einzig Kommunikationsminister Francisco Chacón meinte: «Das Kapitel mit Karina ist für uns abgeschlossen. Wir haben damals ihre Entlassung begründet. Mit ihren jetzigen Äußerungen sollten auch alle Zweifel vertrieben sein.»

(L'essentiel Online/kle)

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