Luxemburg – «Unfallverursacher sollten mit Opfern sprechen»

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Luxemburg«Unfallverursacher sollten mit Opfern sprechen»

LUXEMBURG – AVR-Präsident Raymond Schintgen spricht zum Weltgedenktag der Straßenopfer über sein persönliches Schicksal und den Kampf für sichere Straßen.

Raymond Schintgen fordert mehr Leitplanken auf den Straßen in Luxemburg.

Raymond Schintgen fordert mehr Leitplanken auf den Straßen in Luxemburg.

Luxemburg verzeichnete im Jahr 2015 36 Todesfälle im Straßenverkehr. 2016 waren es 32. Bis zum 22. Oktober diesen Jahres sind bisher 21 Menschen durch Verkehrsunfälle tödlich verunglückt. Vor dem Weltgedenktag für Straßenverkehrsopfer (19. November) zählt Luxemburg somit bislang die niedrigste Sterbeziffer, die jemals eingetragen wurde. Trotzdem ist diese Zahl immer noch viel zu hoch.

«Wir begrüßen den Rückgang der tödlich verunglückten Straßenverkehrsopfer sehr. Dennoch ist die Zahl der Toten und Verletzten immer noch hoch», betont Raymond Schintgen. Der Präsident der «Luxemburg Road Victim Association» (AVR) weiß genau, wovon er spricht: Er selbst sitzt im Rollstuhl, seitdem er 18 ist. Schuld daran war ein Verkehrsunfall.

Schintgen lobt Investition

Nur drei Wochen nach seiner erfolgreich absolvierten Fahrprüfung verlor er die Kontrolle über seinen Wagen. «Der Zustand der Straße war sehr schlecht.» Dieses Erlebnis veränderte sein Leben. Seit 2015 kämpft er an der Spitze des AVR täglich darum, Fahrmentalitäten zu verändern, mit Erfolg wie es scheint: «Ich habe das Gefühl, dass Jugendliche heute bewusster mit Alkoholkonsum und den damit verbundenen Gefahren im Straßenverkehr umgehen. Sie legen einen Fahrer fest, wenn sie ausgehen. Der trinkt an diesem Abend dann keinen Alkohol.»

Raymond Schintgen arbeitet zudem Seite an Seite mit dem Verein «Sécurité Routière», um auf die Gefahren aufmerksam zu machen und die Situation auf den Straßen zu verändern. So kämpft er gemeinsam mit Ministern darum, Leitplanken vermehrt einzusetzen.

«Die Regierung will in ein weitübergreifendes Straßensicherheitsprogramm investieren. Das ist gut so», sagt Raymont Schintgen, der auch beim Fahren gegen die Nutzung von Handys kämpft. «Ich bin in solchen Fällen für pädagogische Strafmaßnahmen und vor allem dafür, dass Unfallverursacher mit den Opfern von Angesicht zu Angesicht sprechen», sagt er.

(Gaël Padiou/L'essentiel)

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