Corona in Luxemburg – Ungeimpfte müssen bald für Coronatests zahlen

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Corona in LuxemburgUngeimpfte müssen bald für Coronatests zahlen

LUXEMBURG – Der Regierungsrat hat am Mittwoch erneut getagt, um die pandemische Lage des Landes zu beleuchten. Xavier Bettel und Paulette Lenert präsentierten die Ergebnisse.

Das Virus ist während des Sommers nicht verschwunden. Die Zahlen sind weder gesunken, noch explosionsartig gestiegen. Diese Feststellung machte Premierminister Xavier Bettel (DP) am Mittwoch nach einer weiteren Tagung des Regierungsrates.

Auch die Zahl der Krankenhauseinweisungen seien mit der Inzidenz nicht gestiegen, dem Impffortschritt sei es auch zu verdanken, dass zuletzt deutlich weniger Todesfälle verzeichnet wurden. Allerdings erwarte die Politik in den kommenden Tagen steigende Infektionszahlen – insbesondere aufgrund der Urlaubsrückkehrer. Das neu verabschiedete Covid-Gesetz gilt bis zum 18. Oktober. Es beinhaltet laut Bettel neue Regeln für die Grundschulen. Mit der Verlängerung des Gesetzes werde auch der Urlaub aus familiären Gründen verlängert. Bei Krankenhausbesuchen werde nun die 3G-Regel angewandt. Um die Kliniken zu schützen, muss ein Besucher zunächst nachweisen, dass er negativ getestet, genesen oder geimpft ist.

PCR-Test wird kostenpflichtig

Von den acht Personen, die derzeit wegen Corona auf der Intensivstation liegen, seien alle acht nicht geimpft. Bettel lieferte in der Folge erneut zahlreiche Gründe, warum die Impfung so wichtig im Kampf gegen die Corona-Pandemie ist. Durch die Vakzine sei ein «normaler Alltag immer wahrscheinlicher», so der Staatschef. Vor allem schütze die Impfung gegen schwere Krankheitsverläufe, zudem sei es noch nie so einfach gewesen, die Impfung zu bekommen, wie seit einigen Wochen. Bisher seien 74 Prozent der Luxemburger erstgeimpft, der europäische Schnitt liege bei rund 70 Prozent.

Danach kündigte der Premierminister an, dass die PCR-Tests ab dem 15. September nicht mehr kostenlos angeboten werden. Wer nicht geimpft ist, aber bereits die Möglichkeit dazu hatte, muss den Test dann aus eigener Tasche bezahlen. «Es kann nicht sein, dass die Allgemeinheit zahlen muss, weil sich einige nicht impfen lassen wollen», erklärte Bettel die Entscheidung. Auch das Large-Scale-Testin werde zu dem Zeitpunkt eingestellt.

2G-Modell ist kein Thema

Gesundheitsministerin Paulette Lenert (LSAP) rückte danach die «vierte Welle» in den Fokus. Man müsse sich darauf vorbereiten, da auch hierzulande die Infektionszahlen wieder nach oben gehen. Von den 88 Personen, die in den vergangenen 24 Stunden positiv getestet wurden, seien rund 20 Prozent geimpft gewesen, so Lenert. Die meisten Menschen, die sich mit dem Virus infizieren, seien mittlerweile zwischen 18 und 50 Jahre alt. Es sei die Aufgabe der Politik, die Ungeimpften in dieser Gruppe zu erreichen.

Da Aktionen wie der Impfbus oder «Impfen ohne Termin» sehr beliebt seien, will die Regierung diese Möglichkeiten weiter ausbauen. Zum Teil seien dort die Warteschlangen schon zu lang gewesen.

Das 2G-Modell, das zum Teil bereits in Hamburg angewandt wird und das nur noch Geimpften und Genesenen Zutritt zu einem Restaurant oder einer Veranstaltung gewährt, schloss Bettel bislang noch aus, da noch zu viele Menschen nicht geimpft werden konnten. «Wir wollen diesen Teil der Bevölkerung nicht von den Freiheiten ausschließen», erklärte Bettel.

(Sebastian Weisbrodt/L'essentiel)

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