Studentenwohnungen: Uni Luxemburg befristet Studi-Mietverträge – außer für «Grandfathers»
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StudentenwohnungenUni Luxemburg befristet Studi-Mietverträge – außer für «Grandfathers»

LUXEMBURG – Die Universität Luxemburg will künftig die Mietverträge für Studierende und Doktoranden zeitlich befristen. Gängige Praxis, sagt die Uni. Druck für die Mieter, meint die Studierendenvertretung.

von
Séverine Goffin
Die Universität unterhält etwa 1000 Unterkünfte für Studierende.

Die Universität unterhält etwa 1000 Unterkünfte für Studierende.

«Müssen wir unsere Studentenwohnung im September verlassen? Wir haben noch sechs Monate bis zum Abschluss unseres Masterstudiums. Wir brauchen eine Adresse im Land für unsere Aufenthaltserlaubnis. Haben Sie die Wohnungspreise auf dem privaten Wohnungsmarkt in Luxemburg gesehen?» Die Sorgen indischer und pakistanischer Studierender, die man dieser Tage auf dem Campus trifft, sind vielfältig. Grund der Aufregung: Die Universität Luxemburg hat entschieden, die Mietverträge für die rund 1000 Wohnungen in ihrem Bestand zu befristen.

«Ab September werden die neuen Studierenden vor der Unterzeichnung darüber informiert, dass die Gesamtdauer des Mietvertrags die normale Dauer ihres Studienprogramms nicht überschreiten darf, das heißt 24 Monate für Masterstudierende und 36 Monate für Studierende im Bachelor. Verträge von Doktoranden, die ab dem 1. März 2022 angefangen haben, sind auf 24 Monate beschränkt», erläutert die Uni. Die derzeitigen Mieter unterlägen bis zum Ende ihres Studiums einer «Grandfather-Klausel». Die Sorgen aktuell Studierender sind damit unbegründet, für sie gilt die Befristung nicht.

Kritik von Studierendenvertretung

Die Universität will nach eigenen Angaben den Neuen den Zugang zu Studentenwohnungen erleichtern. «Im Ausland ist das eine gängige Praxis», heißt es. In Luxemburg liege die Zahl der verfügbaren Zimmer im Verhältnis zur Gesamtzahl der Studierenden bei 16,2 Prozent, also etwa im europäischen Durchschnitt, erklärten die zuständigen Ministerien am Dienstag.

Estelle Née von der Union nationale des étudiants-e-s du Luxembourg (UNEL) sieht das Vorhaben problematisch. «Es zwingt die Studierenden, schnell fertig zu werden, indem es keinen Spielraum für Fehlversuche auf dem Weg lässt. Im Gegensatz zu den staatlichen Beihilfen, die es ermöglichen, zwei Semester zu überbrücken», moniert sie.

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