Bauern-Protest in Luxemburg – «Uns bleibt am Ende des Monats nichts übrig»

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Bauern-Protest in Luxemburg«Uns bleibt am Ende des Monats nichts übrig»

LUXEMBURG - Etwa 60 Traktoren tuckerten am Dienstagmorgen durch das Zentrum der Hauptstadt. Die Landwirte protestieren gegen die fallenden Milch-Abnahmepreise.

Seit Wochen protestieren in vielen Ländern Europas Bauern gegen den Preisverfall bei der Milch. Die Landwirte bangen um ihre Existenz – auch in Luxemburg ist der Ärger der Landwirte spürbar. Aus Protest gegen sinkende Abnahmepreise haben Milchbauern am Dienstag die Place Clairefontaine im Regierungsviertel der Hauptstadt in Beschlag genommen. Etwa 60 Traktoren reihten sich vor 10 Uhr auf dem zentralen Platz ein, unmittelbar bevor Vertreter der Bauern im Landwirtschaftsministerium zu Beratungen mit Minister Fernand Etgen (DP) zusammentreffen sollten. Die Landwirte machten vor dem Ministerium lautstark auf ihre Forderungen aufmerksam.

Francis Meyers, Landwirt an einem entlegenen Bauernhof in Hassel nahe der Grenze zu Deutschland, befestigt im strömenden Regen Spruchbänder vor dem Agrarministerium. Er sagt zu L'essentiel: «Wir wollen uns zeigen! Wir wollen das einfordern, was uns auch zusteht – zu einem gerechten Preis.» Die Milchbauern erhielten aktuell nur 27 bis 28 Cent pro Liter Milch – «und der Preis wird in den nächsten Monaten noch weiter fallen, vielleicht bis 21 Cent. Wir fordern, dass der Minister die Situation, wie sie sich für Landwirte in Luxemburg derzeit darstellt, nächste Woche vor seinen Kollegen in Brüssel schildert. Die gesamte Branche ist betroffen».

Jungbauern fordern Änderungen

Georges Ernzer und Laurent Laugs, beide 17 Jahre alt, gehen beide zur Ackerbauschule in Ettelbrück. Beide sind Söhne von Landwirten – und wollen den elterlichen Betrieb nach ihrem Abschluss in zwei Jahren übernehmen. «Ich bin auf dem Bauernhof, in der Natur, aufgewachsen. Und meine Kinder sollen in den selben Verhältnissen groß werden», erzählt Georges. Aktuell sei die Situation für Jungbauern eher abschreckend – aber nicht für die beiden.

Damit die Luxemburger Landwirtschaft nicht untergeht, müssen sich aber viele Dinge ändern. «Wir können nicht so weiterarbeiten, wir verdienen jetzt schon nichts am Ende des Monats. Die Lösung? Einen Mindestpreis für Milchprodukte festlegen oder uns die Möglichkeit geben, ihn selbst festzulegen.»

Die Luxemburger Regierung will sich in einer Pressekonferenz um 12:30 Uhr zu dem Thema äußern.

(Nicolas Chauty/L'essentiel)

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