17 Jahre in Haft – Unschuldiger kommt frei – wegen Doppelgänger

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17 Jahre in HaftUnschuldiger kommt frei – wegen Doppelgänger

Weil ein Zeuge ihn erkannte, sass Richard Jones wegen eines Überfalls in Haft. 17 Jahre später kommt ans Licht: Er sah dem Täter zum Verwechseln ähnlich.

Richard Jones (41) hatte ein Alibi, plädierte auf unschuldig und abgesehen von Zeugenaussagen gab es keine Beweise – dennoch wurde er 1999 wegen eines Überfalls zu 19 Jahren Gefängnis verurteilt. Ein Mann namens Rick hatte auf einem Parkplatz in Kansas City im US-Bundesstaat Kansas eine Frau ausgeraubt. 15 Jahre lang versuchte Richard Jones vergeblich, mit Unterstützung einer Hilfsorganisation gegen das Urteil vorzugehen. Dann half ihm der Zufall.

Mitinsassen erzählten ihm laut «Kansas City Star», es gebe einen Mann, der genauso aussehe wie er und in einem anderen Gefängnis einsitze. Wie sich herausstellte, hatten beide Männer einige Gemeinsamkeiten: Nicht nur sahen sie sich physisch sehr ähnlich, sie trugen mit «Ricky» und «Richard» auch ähnliche Vornamen und kamen aus ähnlichen Städten. Richard Jones stammte aus Kansas City im US-Bundesstaat Missouri, der Doppelgänger Ricky Amos kam aus Kansas City in Kansas.

Spendenseite für Jones

Für die Justiz war das Grund genug, den Fall neu aufzurollen. Dabei zeigte sich, dass das alte Urteil auf tönernen Füßen gestanden hatte: Richard Jones war zur Tatzeit bei seiner Familie gewesen, er stammte aus einer anderen Stadt und die Zeugenaussagen stammten teilweise von drogenabhängigen Personen. Der neue Richter hob das Urteil auf – und nach 17 Jahren war Jones ein freier Mann.

Zwar bestritt Ricky Amos, die Tat begangen zu haben. Doch das Gericht revidierte das Urteil gegen Richard Jones, weil es davon ausging, dass dieser vor 17 Jahren nicht verurteilt worden wäre, hätten die Geschworenen vom Doppelgänger gewusst. Die geschädigte Frau, die Jones damals auf einem Foto erkannt haben wollte, sagte in der erneuten Anhörung, wenn sie beide Bilder betrachte, könne sie nicht sagen, wer der Täter gewesen sei. «Wir waren verblüfft, wie ähnlich sich beide sehen», sagte Jones' Anwältin Alice Craig dem «Kansas City Star».

Vor wenigen Tagen wurde der Mann aus der Haft entlassen und konnte seine Kinder und Enkel in die Arme schließen. Eine Entschädigung von offizieller Seite kann Jones offenbar nicht erwarten. Unterstützer von der Universität Kansas richteten eine Spendenseite für Jones ein, über die mittlerweile mehr als 18.000 US-Dollar eingegangen sind. Das Midwest Innocence Project, das Jones in all den Jahren ebenfalls unterstützte, rief auf Facebook zu Spenden auf, um in ähnlichen Fällen helfen zu können.

(L'essentiel/mlr)

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