Doktor Sex: «Unser Sexleben war schon immer schwierig!»

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Doktor Sex«Unser Sexleben war schon immer schwierig!»

Gino ist enttäuscht von seiner Partnerin. Ihre Versprechen bezüglich Sex hält sie nicht ein und neulich behauptete sie auch noch, er würde sie nur auf Sex reduzieren. Was tun?

von
Bruno Wermuth
Ginos Freundin scheint Sex nicht so wichtig zu sein, ihm aber schon. Dr. Sex weiss Rat. (Symbolbild) 

Ginos Freundin scheint Sex nicht so wichtig zu sein, ihm aber schon. Dr. Sex weiss Rat. (Symbolbild) 

Pexels/Abhishek Gaurav

Frage von Gino (32) an Doktor Sex

Antwort von Doktor Sex

Lieber Gino,

was du schilderst, klingt schwierig und verfahren. Da sind zwei Menschen offensichtlich nicht in der Lage, ihre Beziehung zu klären und sich über ihre sexuellen Wünsche und Bedürfnisse so zu verständigen, dass beide einigermaßen zufrieden sind.

Damit dies gelingen könnte, müsste euch beiden klar sein, wo ihr bezüglich Sex steht, also was ihr wollt und was nicht. Zudem müsstet ihr auch noch in der Lage sein, darüber offen und für das Gegenüber nachvollziehbar zu reden. Beides will gelernt sein und ich bezweifle, dass ihr diese Lernprozesse gemacht habt.

Was steht an?

Ihr habt euch gegenseitig lang genug bewiesen, dass eure bislang angewandten Strategien nicht zu einer Lösung führen, sondern zunehmend Verwirrung stiften und Leid erzeugen. Mehr vom davon ist also nicht nötig! Stattdessen geht es nun darum, Klarheit zu schaffen und ein Verhalten zu installieren, das einen echten Unterschied ermöglicht.

Beginnen wir mit der Bedürfnisklärung. Überlegt euch jede*r für sich, wie wichtig Sex grundsätzlich ist. Auf einer Skala von null – ich will keinen Sex und kann problemlos ohne leben – bis zehn – ich kann und will ohne Sex nicht leben: Welche Zahl bezeichnet den Stellenwert am eindeutigsten? 

Diese Einschätzung wird wohl bereits zu Ernüchterung führen, denn vermutlich werdet ihr euch auf den Extrempositionen gegenüberstehen: Du irgendwo zwischen sieben und zehn, deine Freundin zwischen null und drei.

Um die jeweilige Position auf der Skala verständlich zu machen, fragt ihr euch danach jede*r für sich, was für eine befriedigende körperliche Begegnung – also nicht nur bezüglich Sex – absolut unentbehrlich ist. Dadurch könnt ihr Gemeinsamkeiten erkennen, um die ihr euch in Zukunft kümmern könnt.

Was übrig bleiben wird, ist all das, was ihr nicht teilt und mit dem ihr für einander nicht anschlussfähig seid. Der Umgang mit diesen Differenzen wird herausfordernd sein. Ich empfehle euch daher, die Dienste einer erfahrenen Beratungsperson im Themenbereich Beziehung und Sexualität in Anspruch zu nehmen. Alles Gute!

Bist du zufrieden mit deinem Sexleben?

Dr. Sex

Bruno Wermuth ist Sexualberater und -pädagoge. Als «Dr. Sex» beantwortet er Fragen der L'essentiel- und 20 Minuten-Leser zur schönsten Nebensache der Welt.

Hast auch Du eine Frage? Nutze die Möglichkeit, Dich zu Deinem Anliegen rund um Liebe, Sex und Beziehung von einem Fachmann beraten zu lassen. Schicke Deine Frage per E-Mail an dr.sex@lessentiel.lu.

Antworten, die auch für andere LeserInnen von Interesse sein könnten, werden in dieser Rubrik veröffentlicht. Aus Gründen des Datenschutzes werden die Namen und die Altersangaben von der Redaktion abgeändert. Wir bitten um Verständnis, dass nicht jede Frage beantwortet werden kann.

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