Rheinland-Pfalz – Unterricht am Bauernhof soll Pflichtfach werden
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Rheinland-PfalzUnterricht am Bauernhof soll Pflichtfach werden

MAXSAIN - 1600 Schulklassen nutzten bereits das Angebot «Lernort Bauernhof». Nun fordern Bauern und Winzer, den Praxisunterricht im Stall fix in den Lehrplan aufzunehmen.

Beim bundesweiten Projekt «Lernort Bauernhof» erleben Kinder und Jugendliche die Arbeit der Landwirte vor Ort.

Beim bundesweiten Projekt «Lernort Bauernhof» erleben Kinder und Jugendliche die Arbeit der Landwirte vor Ort.

DPA/Nestor Bachmann

Sind alle Kühe lila, wachsen Nudeln an Bäumen? Viele Kinder haben heute wenig Bezug zur Landwirtschaft. Der Besuch eines Bauernhofs sollte daher nach Ansicht des Bauern- und Winzerverbandes Rheinland-Nassau verbindlich auf dem Lehrplan an Schulen stehen. Für diesen Praxisunterricht mit dem Melken von Kühen und Taufen von Kälbern biete sich das bundesweite Projekt «Lernort Bauernhof» an, teilte der Verein am Dienstag in Maxsain im Westerwald mit. Dabei erklären Bauern Schülern ihren Arbeitsalltag.

In Rheinland-Pfalz wurde «Lernort Bauernhof» 2008 ins Leben gerufen. Insgesamt haben seitdem schon rund 30.000 Schüler bei 1600 Besuchen dieses Angebot genutzt. An der Gemeinschaftsinitiative von Ministerien, Landwirtschaftskammer und Verbänden nehmen 53 Bauernhöfe in dem Bundesland teil. Mindestens einmal im Jahr müssen sie bei einer Fortbildung mitmachen. Die Bauernhöfe bekommen laut der Landwirtschaftskammer Rheinland-Pfalz pro Klassenbesuch eine Förderung von 100 Euro sowie eine Entschädigung von den Schülern.

Mit von der Partie ist eine fünfte Klasse des Montabaurer Landesmusikgymnasiums Rheinland-Pfalz. Der Bauernverband betont: «Diese Besuche legen den Grundstein für künftige konstruktive Auseinandersetzungen mit den Themen Landwirtschaft und Lebensmittelerzeugung.»

(L'essentiel/dpa)

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