EuGH-Urteil – Urlaubsanspruch gilt auch nach dem Tod

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EuGH-UrteilUrlaubsanspruch gilt auch nach dem Tod

LUXEMBURG – Der Urlaubsanspruch eines Arbeitnehmers kann vererbt werden. Das halten die Richter des Europäischen Gerichtshofs in einem Urteil fest.

Hintergrund des Falls sind zwei Witwen aus Deutschland, die Ausgleich fordern für bezahlten Jahresurlaub, den ihre Ehemänner vor deren Tod nicht genommen hatten.

Hintergrund des Falls sind zwei Witwen aus Deutschland, die Ausgleich fordern für bezahlten Jahresurlaub, den ihre Ehemänner vor deren Tod nicht genommen hatten.

Keystone/Nicolas Bouvy

Erben können nach einem Urteil des höchsten EU-Gerichts Ausgleichszahlungen für nicht genommenen Urlaub eines Gestorbenen von dessen ehemaligen Arbeitgeber verlangen. Dies gelte auch dann, wenn nationales Recht diese Möglichkeit wie in Deutschland eigentlich ausschließt, urteilten die Richter des Europäischen Gerichtshofs am Dienstag in Luxemburg (Rechtssachen C-569/16 und C-570/16).

Hintergrund sind die Klagen zweier Witwen in Deutschland. Sie fordern Ausgleich für bezahlten Jahresurlaub, den ihre Ehemänner vor deren Tod nicht genommen hatten. Das Bundesarbeitsgericht rief daraufhin den EuGH an und wollte unter anderem wissen, ob Erben diese Zahlungen nach EU-Recht zustehen, obwohl das nationale Recht dies ausschließe.

Der EuGH betonte nun, dass der gesetzlich geregelte Anspruch auf bezahlten Jahresurlaub zweierlei Zweck verfolge. Zum einen solle er dem Arbeitnehmer Erholung ermöglichen - dies sei im Fall eines Toten nicht mehr möglich. Zudem bestehe jedoch auch der Anspruch auf Bezahlung während des Urlaubs. Dieser könne dem Arbeitnehmer und später auch den Erben nicht rückwirkend entzogen werden. Dies gelte sowohl für staatliche als auch für private Arbeitgeber.

(L'essentiel/dpa)

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