Taiwan: US-Admiral warnt – «Chinesische Invasion könnte noch 2022 erfolgen»

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TaiwanUS-Admiral warnt – «Chinesische Invasion könnte noch 2022 erfolgen»

Im Rahmen des Parteikongresses hat Xi Jinping versprochen, Taiwan wieder mit China zu vereinen oder gewaltsam einzunehmen. Laut einem Experten droht eine Eskalation schon deutlich früher.

von
Benedikt Hollenstein
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Der US-Admiral Michael Gilday befürchtet, dass eine chinesische Invasion von Taiwan schon deutlich früher erfolgen könnte, als bislang angenommen.

Der US-Admiral Michael Gilday befürchtet, dass eine chinesische Invasion von Taiwan schon deutlich früher erfolgen könnte, als bislang angenommen.

IMAGO/penofoto
Denn bisher hätte die Regierung unter Xi Jinping «ihre Versprechen immer früher erfüllt, als dies ursprünglich vorgesehen war».

Denn bisher hätte die Regierung unter Xi Jinping «ihre Versprechen immer früher erfüllt, als dies ursprünglich vorgesehen war».

REUTERS
Der chinesische Staatschef wurde am Sonntag für eine weitere Amtszeit bestätigt und bekräftigte sein Verlangen, Taiwan «wieder zu vereinen» oder notfalls gewaltsam anzuschließen.

Der chinesische Staatschef wurde am Sonntag für eine weitere Amtszeit bestätigt und bekräftigte sein Verlangen, Taiwan «wieder zu vereinen» oder notfalls gewaltsam anzuschließen.

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Ein ranghoher Admiral der US-Marine befürchtet, dass eine chinesische Invasion des Inselstaats Taiwan viel früher geschehen könnte, als bislang angenommen. Wie Michael Gilday im Gespräch mit einem Meinungsforschungsinstitut sagt, dürfte der chinesische Präsident Xi Jinping demnach gewillt sein, das Gebiet schon bald einzunehmen.

Xi will Anschluss notfalls gewaltsam

Am Sonntag war Jinping im Rahmen des Parteikongresses der kommunistischen Partei Chinas für eine dritte Amtszeit bestätigt worden – er ist damit der erste chinesische Präsident nach dem absoluten Machthaber Mao Tsetung, der eine solche Amtszeit erreicht. Im Rahmen des Kongresses in Peking versprach Xi Jinping erneut, Taiwan eines Tages mit China «wieder zu vereinen» oder die Insel gewaltsam ins bevölkerungsreichste Land der Welt einzugliedern.

Taiwan war nie Teil der Gebiete, die seit deren Gründung im Jahre 1921 und absoluter Machtergreifung im Jahre 1949 unter Tsetung von der kommunistischen Partei Chinas kontrolliert werden. Trotzdem wird der Inselstaat, der nur von einzelnen Staaten anerkannt wird, von China als Teil ihrer Territorien angesehen. Zuletzt nahmen die Spannungen zwischen Peking und Taipei sowie dessen mächtigem Verbündeten zu.

«Jedes Versprechen früher eingelöst als geplant»

In der Vergangenheit sagte ein weiterer US-Admiral, dass man davon ausgehe, dass China etwa ab 2027 bereit sei, Taiwan anzugreifen und einzunehmen. Diese Zahl ist laut Gilday aber nun weit überholt. «Es geht nicht nur darum, was Präsident Xi Jinping sagt, sondern auch, wie sich die Chinesen verhalten und was sie tun», so der ranghohe Admiral. In den letzten 20 Jahren habe man wiederholt beobachten können, dass sie jedes Versprechen, dass sie abgegeben hätten, früher eingelöst hätten als ursprünglich angekündigt.

«Wenn wir also über das Zeitfenster 2027 sprechen, muss es meiner Meinung nach auch ein Zeitfenster 2022 und möglicherweise eines für 2023 geben», sagt Gilday laut der luxemburgischen Zeitung «RTL», die sich auf die Nachrichtenagentur AFP beruft. Man könne einen baldigen Angriff nicht ausschließen – «ich will nicht alarmistisch sein, wenn ich das sage», so Michael Gilday.

Droht Chinas Wirtschaft der Kollaps?

China befindet sich derzeit in einer prekären Lage. Erst diese Woche gab die Regierung bekannt, auf unbestimmte Zeit keine Statistiken zum Bruttoinlandprodukt und anderen wichtigen wirtschaftlichen Indikatoren mehr zu veröffentlichen. Schon länger vermuten westliche Experten, dass es der chinesischen Wirtschaft weit schlechter geht als gegen außen kommuniziert wird – so droht etwa das Platzen einer gigantischen Immobilienblase.

Taiwan dürfte für Peking nebst seiner Rolle als Propaganda-Erfolg gegenüber der chinesischen Bevölkerung im Falle einer Invasion vor allem dank seiner Lage militärisch interessant sein. Denn der Inselstaat liegt etwa 170 Kilometer vor der Küste Chinas und ist Teil der «ersten Inselkette». Diese bezeichnet eine Reihe großer Inseln vor der Küste und umfasst nebst Taiwan auch Japan und die Philippinen.

Niemand importiert mehr

Im Falle eines Konflikts zwischen China und westlichen Ländern dürfte es für diese ein Leichtes sein, die Meerengen zu blockieren und somit Importe und Exporte zurückzuhalten. Während China als Exportnation gilt, ist das Land von Xi Jinping in Wahrheit Import-Weltmeister – auch viel Nahrung wird aus dem Ausland importiert. Da Chinas Marine außerdem aus historischer Sicht stets eher vernachlässigt wurde, wäre die Eingliederung von Taiwan aus Chinas Sicht ein wichtiger Schritt, um den weltweiten Handel und die Versorgung der Bevölkerung zu gewährleisten. 

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