Rückzug – US-Botschafterin verlässt Luxemburg

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RückzugUS-Botschafterin verlässt Luxemburg

LUXEMBURG – Cynthia Stroum verlässt überraschend das Land. Nach 13 Monaten im Dienst wird sie Ende Januar in ihre Heimat zurückkehren.

Im November war Cynthia Stroum bei einem pressewirksamen Auftritt mit einem amerikanischen Schulbus zu den Lyzeen des Landes gefahren und hatte für Stipendienprogramme in den USA geworben.

Im November war Cynthia Stroum bei einem pressewirksamen Auftritt mit einem amerikanischen Schulbus zu den Lyzeen des Landes gefahren und hatte für Stipendienprogramme in den USA geworben.

L'essentiel

Cynthia Stroum hat am frühen Mittwochnachmittag ihren Abschied aus dem Großherzogtum bekannt gegeben. Sie verzichtet auf ihren Posten als Botschafterin in Luxemburg und kehrt Ende Januar in ihre amerikanische Heimat Seattle zurück.

Cynthia Stroum gilt als große Unterstützerin des amerikanischen Präsidenten, von dem sie Mitte September 2009 für den Posten in Luxemburg nominiert worden war. Angetreten hat Stroum ihren Dienst vor 13 Monaten im Dezember 2009.

«Auf Familie konzentrieren»

Für ihren Rückzug aus dem Großherzogtum gibt Cynthia Stroum persönliche Gründe an: «Die Wahrheit ist, dass ich mich jetzt auf meine Familie und persönliche Dinge konzentrieren möchte», so Stroum in einem Abschiedsschreiben. Darin dankt sie auch ihren Mitarbeitern, dem Großherzog, der Regierung und allen Luxemburger Bürgern für ihre «Wärme und Gastfreundschaft».

In ihrer Heimat ist Stroum im Investmentbereich tätig. Sie finanzierte etwa 20 Firmen, darunter auch die Kaffeekette Starbucks. Im Medienbereich arbeitete Stroum für das Fernsehen und produzierte Filme.

Mitteilung aus Luxemburg bei Wikileaks

Vorerst wird Arnold Campbell, Nummer zwei der Botschaft und erst vor einer Woche in Luxemburg gelandet, die Leitung des Außendienstes übernehmen. Ob ein Nachfolger vor den kommenden Präsidentschaftswahlen in gut 22 Monaten nominiert wird und wann dieser seinen Dienst antreten könnte, ist unklar.

Zuletzt war die US-Botschaft in der Presse aufgetaucht, als im Zuge der Wikileaks-Enthüllungen eine Mitteilung aus Luxemburg über den Besuch eines Ex-Guantanamo-Häftlings bekannt geworden war.

(sb/L'essentiel Online)

«Ihre Offenheit geschätzt»

Luxemburgs Außenminister «bedauert» den Rückzug der Us-Botschafterin in ihre Heimat, wie Jean Asselborn mitteilen lässt. Er habe bei der Zusammenarbeit «ihre ständige Offenheit» geschätzt, vor allem in «komplexen oder schwierigen Angelegenheiten». Asselborn würdigt Stroums Engagement, mit dem sie «die freundschaftlichen Verhältnisse zwischen Luxemburg und den USA» vorangebracht habe. Sie habe einen «bemerkenswerten Beitrag» dazu geleistet.

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