Washington – US-Notenbank Fed belässt Leitzins nahe Null
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WashingtonUS-Notenbank Fed belässt Leitzins nahe Null

Wirtschaft und Arbeitsmarkt brummen in den USA. Die hohe Inflationsrate macht der US-Notenbank jedoch Sorgen. Noch bleibt der Leitzins nahe Null, ab März soll sich das ändern.

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Die US-Notenbank Fed verzichtet auf eine Erhöhung des Leitzins.

Die US-Notenbank Fed verzichtet auf eine Erhöhung des Leitzins.

imago stock&people

Angesichts der hohen Inflationsrate und der guten Lage am Arbeitsmarkt hat die US-Notenbank Federal Reserve (Fed) eine baldige Erhöhung des Leitzinses signalisiert. Dieser Schritt werde «bald angemessen sein», teilte die Zentralbank am Mittwoch mit. Damit macht sie den Weg frei für die erste Anhebung des Leitzinses seit Beginn der Corona-Pandemie. Zunächst bleibt der Zins in der extrem niedrigen Spanne von 0,0 bis 0,25 Prozent.

Viele Analysten rechnen schon bei der nächsten Sitzung des Zentralbankrats am 16. März mit einer Erhöhung um 0,25 Prozentpunkte. Notenbankchef Jerome Powell bestätigte vor Journalisten, die Fed erwäge, den Leitzins bereits «bei der Sitzung im März» zu erhöhen - vorausgesetzt, die wirtschaftlichen Bedingungen sprächen weiter dafür. Einer Fed-Prognose vom Dezember zufolge sind in der weltgrößten Volkswirtschaft bis Jahresende bis zu drei Zinsschritte zu erwarten. An den Märkten wird inzwischen sogar mit vier Straffungen um insgesamt einen Prozentpunkt gerechnet.

Arbeitsmarkt und Wirtschaft robust

Die Lage am Arbeitsmarkt habe sich bedeutend verbessert und das Wachstum sei robust, weswegen die US-Wirtschaft «keine anhaltend hohe Unterstützung durch die Geldpolitik mehr braucht», sagte Powell. Die Entwicklung der Pandemie sorge weiter für große Unsicherheit, räumte er ein. Aber die jüngste Omikron-Welle scheine schnell wieder nachzulassen, weswegen auch die wirtschaftlichen Folgen begrenzt sein dürften, sagte Powell weiter.

Anhaltend starkes Wirtschaftswachstum und Vollbeschäftigung setzten allerdings stabile Preise voraus, sagte Powell. Die Inflationsrate liegt seit Monaten deutlich über dem Ziel der Fed von mittelfristig 2 Prozent. Im Dezember war die Inflation im Vergleich zum Vorjahr auf 7 Prozent gestiegen. Das war der höchste Wert seit Jahrzehnten.

«Preiserhöhungen haben sich auf eine größere Bandbreite von Waren und Dienstleistungen ausgeweitet», sagte Powell. Auch Löhne seien zuletzt stark gestiegen. Mit Blick auf die Inflationsrate sei die Lage zuletzt «ein wenig schlechter geworden», räumte er ein. Die Fed gehe aber weiter davon aus, dass die Teuerungsrate im Lauf des Jahres deutlich fallen werde, sagte Powell.

(L'essentiel/dpa/fos)

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