Wegen Coronavirus – US-Notenbank senkt überraschend Leitzins
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Wegen CoronavirusUS-Notenbank senkt überraschend Leitzins

Der Coronavirus hat Auswirkungen auf die Geldpolitik: Die Währungshüter in den USA drehen an der Zinsschraube.

Manuel Balce Ceneta

Die US-Notenbank hat am Dienstag wegen des Coronavirus überraschend den Leitzins gesenkt. Er liege nun in der Spanne von 1,0 bis 1,25 Prozent - ein halber Prozentpunkt weniger als zuletzt.

Ökonomen finden den Schritt der Währungshüter angemessen. Jörg Krämer von der Commerzbank sagt: «Es zeigt, dass die Zentralbanken die Corona-Krise sehr, sehr ernst nehmen. Die US-Notenbank reagiert als erste, obwohl die US-Wirtschaft am wenigsten betroffen ist.» Dies mache deutlich, wie beunruhigt die Zentralbanken weltweit seien, so Krämer.

Schub an den Märkten

Zinsschritt gibt Märkten vorübergehend Schub: Der SMI, Leitindex der Schweizer Börse, stand gegen 16.20 Uhr um 2,6 Prozent höher bei 12.209 Punkten. Auch der Leitindex der Eurozone - der EuroStoxx 50 - zog spürbar an.

Die Hoffnung auf ein Eingreifen der Notenbanken wegen der Viruskrise hat sich damit sich rascher als gedacht erfüllt. Ein außerplanmäßiger Beschluss und eine Veränderung um 50 Basispunkte habe es zuletzt in der Finanzkrise vor gut 10 Jahren gegeben, erklärten die Marktstrategen der Bank LBBW in einer ersten Reaktion.

Euro verteuert sich

Zuvor hatten die Finanzminister der großen Industrieländer (G7) bereits ihren Willen bekundet, gegen die wirtschaftlichen Folgen der Coronavirus-Krise vorzugehen.

Der US-Dollar sackte in der Folge auf 0,9530 Euro ab, während sich der Euro auf 1,0670 Euro verteuerte.

Die reguläre Zinssitzung der US-Notenbank hätte am 18. März stattgefunden. Die Schweizerische Nationalbank (SNB) wird laut aktueller Planung am 19. März ihre geldpolitische Lagebeurteilung abhalten. Den Zinsschritt der Fed wollte die SNB auf Anfrage von AWP nicht kommentieren.

(L'essentiel/dob)

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