Memphis – US-Rapper Young Dolph in Laden erschossen

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MemphisUS-Rapper Young Dolph in Laden erschossen

Nach dem mutmaßlichen Schützen des US-Rappers Young Dolph wird noch gefahndet. Die Musikszene reagiert mit Bestürzung auf den Tod von Young Dolph.

US-Rapper Young Dolph ist in einem Keksegeschäft in Memphis erschossen worden. Nach dem mutmaßlichen Schützen werde noch gefahndet, teilte die Polizei auf Twitter mit. Demnach trug sich die Bluttat am Mittwoch im Geschäft Makeda’s Cookie’s nahe dem Flughafen der Stadt im Staat Tennessee zu. Die Zeitung «The Daily Memphian» zitierte Young Dolphs Cousin Mareno Myers mit den Worten, dass der Rapper sich seit Montag in der Stadt aufgehalten habe.

Der Musiker habe eine an Krebs erkrankte Tante besucht und anlässlich des anstehenden Thanksgiving-Fests Truthähne verteilt, berichtete Myers. «Er war im Makeda’s und jemand taucht auf und nimmt ihm das Leben.» Erst vergangene Woche hatte der Laden auf der Plattform Instagram ein Video von Young Dolph gepostet, in dem dieser für die Kekse des Geschäfts warb. Der Rapper wurde nur 36 Jahre alt.

Dolph startete eigenes Label

Geboren wurde er als Adolph Thornton Jr. in Chicago, doch zog seine Familie nach Memphis, als er zwei Jahre alt war, wie die Zeitung «The Commercial Appeal» berichtete. Ähnlich wie der aus Los Angeles stammende Rapper Nipsey Hussle, der 2019 getötet wurde, wurde Young Dolph von vielen in der Szene für seine unabhängige Herangehensweise ans Musikgeschäft bewundert. Er startete sein eigenes Label Paper Route Empire, womit er stets die Kontrolle über seine Musik behielt.

Young Dolph brachte etliche Mixtapes heraus, den Anfang machte «Paper Route Campaign» im Jahr 2008, hinzu kamen mehrere Studioalben wie sein Debütwerk «King of Memphis» von 2006. Er arbeitete auch auf Platten von Rappern wie Key Glock, Megan Thee Stallion, T.I., Gucci Mane, 2 Chainz und anderen mit. Drei seiner Alben schafften es in die Top Ten der Album-Charts Billboard 200, darunter «Rich Slave» von 2020, das auf Platz vier kletterte.

In seinen Texten ging es oft um das Dasein als Drogendealer und das Leben auf den Straßen von Memphis. In der Stadt galt er vielen als musikalischer Erbe der Rap-Formation Three 6 Mafia, deren Mitglieder aus der Südstaatenmetropole stammten.

2017 bereits mehrfach angeschossen

Mit Schusswaffengewalt war Young Dolph schon vorher konfrontiert. Im September 2017 wurde er nach einem Streit vor einem Hotel in Los Angeles mehrfach angeschossen, überlebte aber. Im Februar jenen Jahres war mehr als Hundert Mal auf seinen Geländewagen in Charlotte in North Carolina gefeuert worden. Diese Begebenheit verarbeitete er kreativ in seinem Song «100 Shots». Überlebt habe er das damals nur, weil er kugelsichere Platten in seinem Wagen gehabt habe, berichtete «The Commercial Appeal».

In einem Tweet gab Young Dolph am 20. Oktober preis, dass ein Arzt ihm eine Auszeit empfohlen habe, in der er sich auf sich fokussieren sollte. «Ich wusste nie, was Angstzustände sind, bis mein Arzt mir heute Morgen erklärte, das ich das habe», enthüllte der Rapper in einem anderen Post an jenem Tag. Im August hatte er getwittert: «Ich kann noch immer nicht glauben, dass ich es im Leben soweit geschafft habe. Fühlt sich immer noch unwirklich an.»

Weggefährten aus der Rap-Szene, Politiker und Politikerinnen und Sportler und Sportlerinnen aus Memphis äußerten sich bestürzt über den Tod von Young Dolph. «Gott segne Dolph», schrieb sein Kollege Chance the Rapper. «Echt unabhängiger Rapper aus Memphis, in Chicago geboren. Von Millionen Menschen geliebt.» Memphis’ Bürgermeister Jim Strickland erklärte, die tragische Erschießung des Rap-Künstlers sei eine weitere Erinnerung an das Leid, das Gewaltverbrechen mit sich brächten.

(L'essentiel/DPA/chk)

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