«am Rand eines Atomkriegs» – USA schicken B1-Bomber nach Korea
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«am Rand eines Atomkriegs»USA schicken B1-Bomber nach Korea

Machthaber Kim Jong-un fühlt sich durch eine Luftwaffenübung provoziert. Donald Trump hatte zwei Überschall-Bomber in die Region entsendet.

Nordkorea hat den USA nach Testflügen der amerikanischen Luftwaffe vorgeworfen, einen Atomkrieg zu riskieren. Die Flüge zweier US-Bomber über die koreanische Halbinsel bedeuteten eine «rücksichtslose militärische Provokation», kommentierte Nordkoreas Nachrichtenagentur KCNA am Dienstag.

Dadurch gerate die Lage näher an den Rand eines Atomkriegs. Vorausgegangen waren Flüge zweier B1-Bomber der US-Luftwaffe zu Schulungszwecken zusammen mit den südkoreanischen und japanischen Luftstreitkräften. Südkoreas Verteidigungsministerium erklärte, die Übungsflüge sollten Provokationen aus dem Norden verhindern.

Wachsende Spannungen Die Regierung in Pyongyang warf den USA dagegen vor, die Übungen seien abgehalten worden, um «den Abwurf einer Atombombe auf wichtige Ziele» zu testen. Die nordkoreanische Führung hatte am Montag ihre Bereitschaft signalisiert, jederzeit neue Atomtests vorzunehmen.

Pyongyang sei zu einem neuen Test «zu jeder Zeit und an jedem Ort» bereit, teilte ein Sprecher des nordkoreanischen Außenministeriums mit. Das Land sei überdies «vollkommen bereit, auf jegliche Option der USA zu reagieren».

Die Spannungen zwischen Nordkorea und den USA im Streit um das nordkoreanische Atomprogramm hatten zuletzt stark zugenommen. Es wird befürchtet, dass Pyongyang einen weiteren Test einer Atombombe oder Langstreckenrakete vornehmen könnte.

US-Präsident Donald Trump warnte wiederum wiederholt, die USA würden notfalls im Alleingang gegen Nordkorea vorgehen. Militärische Maßnahmen schloss er dabei nicht aus.

US-Flugzeugträger vor koreanischer Halbinsel

Seit 2006 hat Nordkorea nach eigenen Angaben fünf Atomwaffentests vorgenommen, davon zwei im vergangenen Jahr. Zugleich arbeitet die Führung in Pyongyang an der Entwicklung von Langstreckenraketen, mit denen atomare Sprengköpfe bis in die USA getragen werden könnten.

Am Samstag traf der US-Flugzeugträger «USS Carl Vinson» vor der koreanischen Halbinsel ein und nahm an einer gemeinsamen Übung mit der südkoreanischen Marine teil.

(L'essentiel/woz/afp)

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