Griechenland – Varoufakis gibt Rücktritt bekannt

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GriechenlandVaroufakis gibt Rücktritt bekannt

Nach dem überraschend deutlichen Nein zu den Sparvorgaben der EU gibt der griechische Finanzminister Giannis Varoufakis seinen Rücktritt bekannt.

(FILES) This file photo taken on June 27, 2015 shows Greek Finance Minister Yanis Varoufakis at a press conference during a Eurogroup meeting at EU headquarters in Brussels.  Greece's Finance Minister Yanis Varoufakis on July 6, 2015 said he was resigning, in a shock announcement despite the government having secured a resounding victory for the 'No' vote in the country's bailout resignation.         AFP PHOTO / FILES / JOHN THYS

(FILES) This file photo taken on June 27, 2015 shows Greek Finance Minister Yanis Varoufakis at a press conference during a Eurogroup meeting at EU headquarters in Brussels. Greece's Finance Minister Yanis Varoufakis on July 6, 2015 said he was resigning, in a shock announcement despite the government having secured a resounding victory for the 'No' vote in the country's bailout resignation. AFP PHOTO / FILES / JOHN THYS

AFP/John Thys

Wenige Stunden nach dem Nein der Griechen zu den Sparvorgaben der internationalen Geldgeber hat der griechische Finanzminister Gianis Varoufakis seinen Rücktritt angekündigt.

Kurze Zeit nach der Bekanntgabe der Ergebnisse der Volksabstimmung sei er aus Kreisen der Eurogruppe darauf hingewiesen worden, dass es eine «gewisse Präferenz» gebe, dass er bei den Beratungen der Eurogruppe nicht mehr zugegen sei, schrieb Varoufakis am Montag in seinem Blog. Er werde die «Abscheu der Geldgeber mit Stolz tragen» und sein Büro noch heute räumen, sagte der Wirtschaftswissenschaftler.

Der Rücktritt könne Ministerpräsident Alexis Tsipras möglicherweise helfen, eine Vereinbarung mit den Geldgebern zu erreichen. «Aus diesem Grund verlasse ich das Finanzministerium heute», erklärte Varoufakis.

«Jetzt wird die griechische Schuldenlast auf den Verhandlungstisch kommen», hatte Tsipras Sonntagabend in einer Fernsehansprache gesagt. «Es gibt lebensfähige Lösungen, so lange beide Seiten diese anstreben», so der Regierungschef weiter. Die Griechen hätten mit dem Nein zu den Sparvorgaben «nicht ja oder nein zum Euro gesagt».

Eurogruppen-Chef Jeroen Dijsselbloem äußerte sich zutiefst enttäuscht über das griechische «Nein» zu den von den Gläubigern gewünschten Sparauflagen. Das Ausgang des Referendums vom Sonntag sei «sehr bedauerlich für die Zukunft der Griechen», sagte der niederländische Finanzminister.

Für die Erholung der griechischen Wirtschaft seien harte Maßnahmen und Reformen unvermeidlich. «Wir warten nun auf Initiativen der griechischen Behörden», fügte er hinzu.

61,31 Prozent stimmen dagegen

Am Dienstag wollen die Staats- und Regierungschefs der Eurozone bei einem Sondergipfel über die Konsequenzen aus dem Referendum beraten. Für den gleichen Tag sei auch ein Treffen der 19 Finanzminister der Eurogruppe angesetzt, sagte Dijsselbloem.

Nach dem Auszählen aller Stimmen lehnten 61,31 Prozent der Griechen die Sparvorgaben der EU ab. 3.558.450 Nein-Stimmen stehen 2.245.537 Ja-Stimmen gegenüber. Die Wahlbeteiligung lag bei 62,5 Prozent.

(L'essentiel/dpa/AP)

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