Verschwundene Zwillinge – Vater reiste allein nach Toulon

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Verschwundene ZwillingeVater reiste allein nach Toulon

Der Vater der vermissten Zwillinge hat Webseiten mit Informationen über Gifte und Suizide konsultiert. Die Polizei konzentriert sich bei der Suche nun primär auf Korsika.

Laut der Nachrichtenagentur AFP ist der Vater der vermissten Zwillinge am 1. Februar allein aus Korsika nach Toulon zurückgereist. Sie stützt sich dabei auf Angaben aus Jusitzkreisen, die besagen, dass Matthias S. «nur ein Einzelticket für die Fahrt nach Frankreich gekauft hat und er wahrscheinlich auch an Bord gewesen ist».

Die Waadtländer Kantonspolizei bestätigte am Donnerstagabend lediglich, dass sie sich bei der Suche nach den sechsjährigen Alessia und Livia auf Korsika konzentriere. Neben Korsika gingen die Ermittlungen auch in der Schweiz und in Italien weiter.

Neue Erkenntnisse, was der Mann in Korsika genau gemacht hat, hat die Polizei bisher nicht. Klar ist: Der Vater hat bereits am 31. Januar vor seiner Fahrt nach Korsika in Marseille 7500 Euro an einem Bankomaten bezogen. Ein Teil dieses Geldes hat er in der Folge in verschiedene Couverts an die Ehefrau in die Schweiz geschickt.

Böser Verdacht bestätigt

Bestätigen konnten die Untersuchungsbehörden frühere Aussagen von Valerio Lucidi, dem Onkel der entführten Zwillinge. Beim Durchsuchen des Büro-Computers von Vater Matthias S. seien die Beamten unter anderem auf Webseiten gestoßen, die mit dem Fall in Verbindung stehen könnten.

So hat Matthias S. am Freitag vor zwei Wochen, also zwei Tage vor der Entführung der Mädchen, Seiten mit Informationen über Gifte, Suizide und Schusswaffen konsultiert. Zudem habe er Fahrpläne für die Überfahrt mittels Fähre von Marseille auf die Mittelmeerinsel Korsika angeschaut. «Dies ist äußerst beunruhigend», sagte Lucidi, «es könnte sich dabei um einen Hinweis auf einen grausamen Vorsatz handeln.»

Aufnahmegerät gesucht

Die italienischen Ermittler konzentrieren sich derweil auf die Suche nach einem Aufnahmegerät, das der Vater immer bei sich getragen haben soll. Sie hoffen auf eine Botschaft über das Verbleiben der Töchter.

Dafür wurde im waadtländischen St-Sulpice, dem Wohnort der Eltern, die Suche nach Spuren von Alessia und Livia eingestellt. Die Polizei habe vor Ort alles unternommen, was möglich sei, sagt Jean-Christophe Sauterel, Mediensprecher der Kantonspolizei Waadt. Die Taucher und die Hundeführer sind mittlerweile nicht mehr im Einsatz.

L'essentiel Online/20min.ch/fum/uwb

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