In Luxemburg – Verbraucherschutz fordert Deckelung der Energiepreise

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In LuxemburgVerbraucherschutz fordert Deckelung der Energiepreise

LUXEMBURG – In Europa explodieren die Preise für Gas, Strom und Benzin. Die Union Luxembourgeoise des Consommateurs fordert die Politik zum raschen Handeln auf.

Für die Verbraucher sind die Gaspreise nach ULC-Angaben seit Jahresbeginn um rund 60 Prozent gestiegen.

Für die Verbraucher sind die Gaspreise nach ULC-Angaben seit Jahresbeginn um rund 60 Prozent gestiegen.

DPA

An den Tankstellen des Großherzogtums kostet der Liter Diesel seit dem heutigen Donnerstag 1,395 Euro. Damit kam es innerhalb von nur 30 Tagen bereits zur sechsten Preiserhöhung des Kraftstoffs. Parallel dazu kratzt der Preis für den Liter 95er-Benzin an der 1,50-Euro-Marke, die Variante mit 98 Oktan kostet zurzeit fast 1,60 Euro pro Liter. «Die Energiepreise explodieren regelrecht und die Regierung sieht tatenlos zu», erklären nun die Verbraucherschützer der ULC (Union Luxembourgeoise des Consommateurs).

Aber nicht nur Diesel und Benzin sind in den vergangenen Wochen deutlich teurer geworden: Die Handelspreise für Gas sind seit Anfang des Jahres um über 300 Prozent gestiegen. Aufgrund der langfristig angelegten Einkäufe der Lieferanten im Großherzogtum sind dadurch die Verbraucherpreise um durchschnittlich 60 Prozent gestiegen. «Sollte sich die Lage an den internationalen Märkten nicht beruhigen, werden weitere drastische Erhöhungen erfolgen», so die ULC weiter.

Frankreich hat Preise bereits eingefroren

Dabei warnen Verbraucherschützer schon jetzt: «Resultat dieser Preisspirale ist, dass vor allem finanziell schwache Haushalte Gefahr laufen, in eine Notsituation zu geraten.» Durch diese Entwicklung nähere man sich dem Punkt, an dem Haushalte mit niedrigem Einkommen die Energiekosten nicht mehr begleichen könnten. Bereits jetzt seien viele auf finanzielle Unterstützung der Sozialämter angewiesen, um die Kosten für Energie tragen zu können. Der Verbraucherschutz fordert daher Energiesonderhilfen vom Staat. Zudem solle die Regierung eine Deckelung der Energiepreise ernsthaft in Betracht zu ziehen. Weitere gezielte Maßnahmen müssen nach Ansicht des Verbraucherschutzes kurzfristig folgen.

In Frankreich wurden die Energiepreise für den kommenden Winter bereits gedeckelt. Die Preise für Gas werden in unserem Nachbarland bis zum kommenden April auf dem Niveau vom Oktober eingefroren. Der Strompreis wird bis zum Jahresende blockiert. In Deutschland hat Verkehrsminister Andreas Scheuer (CSU) zuletzt eine Deckelung der Spritpreise gefordert.

(Sebastian Weisbrodt/L'essentiel)

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