Schlachtreste: Deutsche Hersteller sollen «Separatorenfleisch» in Wurst verarbeitet haben
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Schlachtreste Deutsche Hersteller sollen «Separatorenfleisch» in Wurst verarbeitet haben

Ein Wissenschaftler hat mit einem neuen Verfahren Wurst- und Fleischproben untersucht für NDR und «Spiegel» utersucht. Das Ergebnis fiel recht unappetitlich aus. Die beschuldigten Hersteller dementieren.

25.06.2020, Nordrhein-Westfalen, Düsseldorf: Schnittchen liegen einzeln in Plastikfolie verpackt im Landtag. Neben einer aktuellen Stunde zur Schließungen bei Karstadt/Kaufhof, steht im Landtag die Verabschiedung eines zweiten Nachtragshaushalts zur Bewältigung der wirtschaftlichen Folgen der Corona-Pandemie auf dem Programm. Foto: Rolf Vennenbernd/dpa +++ dpa-Bildfunk +++

In Geflügelwurst verschiedener Hersteller soll nicht nur richtiges Fleisch drinstecken. (Symbolbild)

Rolf Vennenbernd/dpa

Deutsche Hersteller von Geflügelwurst sollen einem Medienbericht zufolge Separatorenfleisch – also zerkleinerte Schlachtreste – in Geflügelwurst und anderen Geflügelfleischprodukten verwendet haben, ohne dies wie vorgeschrieben zu kennzeichnen. Hierfür hätten Laboruntersuchungen «Indizien geliefert», berichteten am Donnerstag NDR und «Spiegel». Die beschuldigten Firmen des Schlachtkonzerns Tönnies dementierten. Sie erklärten, sie lehnten den Einsatz von Separatorenfleisch aus qualitativen Gründen ab. Sie zweifelten die Untersuchungsmethode an.

NDR und «Spiegel» ließen 30 Geflügelwurst- und Geflügelfleischproben verschiedener Hersteller vom Bremerhavener Hochschulprofessor Stefan Wittke untersuchen. Er habe ein neues Verfahren entwickelt, um Separatorenfleisch in Wurstprodukten nachzuweisen, berichteten die Medien. Bislang sei dies kaum möglich gewesen.

Trennung von Knochensplittern und Knorpelteilen

Separatorenfleisch wird erzeugt, indem Maschinen Tierkörper oder grob zerkleinerte Knochen mit Fleischresten durch Lochscheiben hindurchpressen, wie NDR und «Spiegel» berichten. Knochensplitter und Knorpelteile bleiben hängen, alle weichen Teile wie etwa Muskulatur, Fett und Bindegewebe oder auch Rückenmark werden abgepresst. Dabei entsteht eine breiartige Masse, die nur Centbeträge pro Kilogramm koste.

Sprecher der in dem Bericht genannten Firmen erklärten gegenüber NDR und «Spiegel», die neue Untersuchungsmethode der Hochschule Bremerhaven sei lediglich ein neuer wissenschaftlicher Ansatz zum möglichen Nachweis, der «keine solide Basis» sei. Regelmäßige eigene Tests auf Basis anerkannter Methoden bewiesen das Gegenteil.

(L'essentiel/afp)

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