Vorwurf der Vergewaltigung – Verfahren gegen Strauss-Kahn eingestellt
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Vorwurf der VergewaltigungVerfahren gegen Strauss-Kahn eingestellt

Ex-IWF-Direktor Strauss-Kahn muss sich nach dem Willen des Staatsanwalts nicht wegen Vergewaltigung verantworten. Zuvor hatten Feministinnen lautstark dagegen protestiert.

Dominique Strauss-Kahn, der ehemalige Direktor des Internationalen Währungsfonds, hat den Kopf nochmals aus der Schlinge ziehen können: Das Verfahren gegen ihn wegen versuchter Vergewaltigung wird eingestellt. Die Entscheidung trete jedoch nicht sofort in Kraft, teilte das Gericht mit.

Strauss-Kahn und seine Frau Anne Sinclair trafen in einer von der Polizei begleiteten Fahrzeugkolonne an dem Gerichtsgebäude in Manhattan ein. Die Staatsanwaltschaft hatte am Montag beantragt, die Anklage gegen Strauss-Kahn fallen zu lassen. Zur Begründung hiess es, es bestünden Zweifel an der Glaubwürdigkeit der Klägerin.

Die aus Guinea stammende 33-jährige Frau habe gegenüber den Ermittlern wiederholt falsche Angaben zu ihrem Leben, ihrer Vergangenheit und ihrem Verhalten nach dem Zusammentreffen mit Strauss-Kahn gemacht, hiess es im Antrag der Staatsanwaltschaft. «In nahezu jeder Befragung der Ermittler hat sie trotz der Aufforderung, die Wahrheit zu sagen, in kleinen und grossen Angelegenheiten nicht die Wahrheit gesagt», schrieben die Staatsanwälte.

Einsetzung eines Sonderstaatsanwalts abgelehnt

Die Klägerin und ihr Anwalt waren am Montag zu einer kurzen Unterredung im Büro der Bezirksstaatsanwaltschaft von Manhattan eingetroffen. 15 Minuten später verliessen beide das Büro. Der Anwalt der Klägerin, Kenneth Thompson, verlas eine kurze Erklärung, in der er den Bezirksstaatsanwalt für die Handhabung des Falls verurteilte.

Richter Michael Obus lehnte vor Beginn der Anhörung am Dienstag die Einsetzung eines Sonderstaatsanwalts im Verfahren gegen Strauss-Kahn ab. Der Anwalt des mutmasslichen Vergewaltigungsopfers hatte erklärt, der Bezirksstaatsanwalt sei voreingenommen, und daher einen solchen Sonderermittler gefordert.

(L'essentiel online/sda/dapd)

Feministinnen protestieren

Unmittelbar vor der erwarteten Einstellung des Verfahrens gegen Ex-IWF-Chef Dominique Strauss-Kahn haben am Dienstag vor dem zuständigen New Yorker Gericht rund zwei Dutzend Feministinnen demonstriert.

«DSK, Schande über Dich» und «Nafissatou, wir glauben Dir», stand auf Plakaten mit Bezug auf Strauss-Kahn und das Zimmermädchen Nafissatou Diallo, das ihm versuchte Vergewaltigung vorwirft. «Wir wollen, dass die Staatsanwaltschaft weiter gegen DSK ermittelt», sagte Alison Turkos von der Organisation «Slut Walk». (SDA)

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