Recherchen zeigen Struktur: Verfügt Putin über 86 Firmen, die für 4,5 Milliarden Luxusgüter verwalten?
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Recherchen zeigen StrukturVerfügt Putin über 86 Firmen, die für 4,5 Milliarden Luxusgüter verwalten?

Freunde von Wladimir Putin beteuerten schon mehrfach, sie seien die Besitzer von Luxusgütern, die dem Präsidenten zugeschrieben wurden. Doch neue Enthüllungen zeigen, dass etliche Objekte von einem bis dato geheim gehaltenen Netzwerk verwaltet werden.

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Dieses Luxusanwesen am Schwarzen Meer soll rund 1,1 Milliarden Dollar wert sein …

Dieses Luxusanwesen am Schwarzen Meer soll rund 1,1 Milliarden Dollar wert sein …

Screenshot Youtube/ Correctiv
… und dem russischen Präsidenten Wladimir Putin gehören.

… und dem russischen Präsidenten Wladimir Putin gehören.

Screenshot Youtube/ Correctiv
Auch die Luxusjachten Graceful …

Auch die Luxusjachten Graceful …

Imago

In den vergangenen Jahren wurden immer wieder Recherchen publik, die von Luxusgütern wie einem Ski-Resort nördlich von St. Petersburg, einem über eine Milliarde teuren Palast am schwarzen Meer oder Luxusjachten berichteten, die dem russischen Präsidenten Wladimir Putin gehören sollen. Doch stets meldeten sich postwendend Bekannte Putins oder Angestellte der Bank Rossija, sie seien die Eigentümer der Objekte.

Doch Zweifel an diesen Aussagen nähren nun neue Recherchen der Plattform OCCRP und des Oppositionsmediums «Meduza». Wie die Zeitungen der Tamedia-Gruppe schreiben, soll nämlich hinter der Verwaltung von Dutzenden edler Objekte ein einziges Netzwerk von Firmen stehen, die alle über eine einzige Email-Domain miteinander verbunden sind und alle auf LLCInvest.ru enden. «Die Verwalter dieser Firmen tauschen sich rege untereinander aus und koordinieren sich, als gehöre alles zu einem gemeinsamen Vermögen», heißt es im Artikel.

Entdeckt worden sei das verdächtige Netzwerk durch ein Datenleck eines Internetanbieters, der mit der russischen Bank Rossija arbeitet. Deren Leiter wird von US-Quellen als «Putins Kassier» bezeichnet. Gemäß den Recherchen verwaltet das Netzwerk insgesamt 86 Firmen, die über Vermögenswerte von 4,5 Milliarden Dollar verfügen. Und obwohl der Kreml bestreitet, dass Putin in irgendeiner Weise mit dem Netzwerk verbunden sei, würden mehrere Details auf das Gegenteil hinweisen.

Obdachlose als Firmeneigner eingetragen

So sollen etwa angeblich gemeinnützige Organisationen, die Traditionen wie der russischen Seefahrt oder dem Luftverkehr dienen sollen, hinter den Vermögenswerten stehen. Statt diese für ihre offiziellen Zwecke zu verwenden, sollen sie die entsprechenden Gelder horten und Villen und Schiffe besitzen, die Putin zugeschrieben werden. Zudem stießen die Rechercheure auf einen offensichtlichen Strohmann, der offiziell mehrere LLCInvest-Objekte besitzt, aber zugibt, er wisse eigentlich nicht, wem die Firma gehöre, die auf ihn registriert ist. Auf Nachfrage sagte er sogar, dass bisweilen Obdachlose als Geschäftsführer registriert würden. Wie er selbst würden diese «Papiere unterschreiben, ohne die Details zu kennen.»

Als 2016 die Affäre um die «Panama Papers» publik wurde und Geldwäsche in riesigem Ausmaß über eine Anwaltskanzlei in Panama aufgedeckt wurde, kam heraus, dass die Bank Rossija sowie Putins langjähriger Freund Sergei Rodulgin solche Firmen führen. Diese kontrollierten Medien und Rüstungskonzerne und würden Hunderte Millionen Dollar horten. Das Netzwerk von Roldugin, einem hauptberuflichen Cellisten, wurde aus der Schweiz geleitet. Gegen ihn ermittelt wurde allerdings nie. Die jüngsten Enthüllungen würden nun klar zeigen, dass Putins Freunde und Rossija-Banker das Vermögen des Präsidenten verwalten würden, heißt es gemäß den Tamedia-Zeitungen.

(trx)

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