Abstruse Online-Petition – Vergiften böse Mächte die Luft in Luxemburg?

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Abstruse Online-PetitionVergiften böse Mächte die Luft in Luxemburg?

LUXEMBURG - Eine bizarre Verschwörungstheorie findet Eingang in die ehrwürdige Chamber: Eine Antragstellerin verlangt, dass das Versprühen von Chemtrails gestoppt wird.

Kuriose Kondensstreifen am 13. Januar über Trier: Die weißen Schlieren am Himmel beinhalten laut Verschwörungstheoretikern giftige Chemikalien. Experten halten das für blanken Unsinn.

Kuriose Kondensstreifen am 13. Januar über Trier: Die weißen Schlieren am Himmel beinhalten laut Verschwörungstheoretikern giftige Chemikalien. Experten halten das für blanken Unsinn.

DPA/Harald Tittel

Die Chemtrail-Verschwörung gehört zu den populärsten Legenden der modernen Zeit. Sie besagt, dass die Kondensstreifen von Flugzeugen giftige Chemikalien beinhalten. Hinter der Verschwörung sollen dunkle Mächte stecken, die durch das Versprühen der Giftstoffe Umwelt, Wetter und Bevölkerung manipulieren wollen. Beweise für die Verschwörung gibt es bislang keine, Experten halten sie für pseudowissenschaftlichen Unsinn. Dennoch muss sich jetzt auch das Luxemburger Parlament damit beschäftigen.

Am 25. März wurde auf der Website der Chamber eine Online-Petition eingereicht, die gegen Chemtrails und das sogenannte «Solar Radiation Management» eintritt. Der Antragstellerin zufolge sind die weißen Kondensstreifen am Himmel mit Nanopartikeln angereichert, die von Flugzeugen in einer Höhe zwischen zwei und acht Kilometern versprüht und sich dann kilometerweit verteilen würden. Das Prozedere dauere so lange, «bis die Sonne komplett verdeckt ist und so die Atmosphäre abgekühlt wird», heißt es in dem Antragstext weiter. Am 18. Januar 2016 sei demnach ein Geschwader von sechs bis zwölf Flugzeugen ausgerückt, um die Sonne über Luxemburg für ganze zwei Stunden zu verdecken. Sechs Wochen später, am 27. Februar 2016, sei das Phänomen sogar einen ganzen Tag lang über dem gesamten Großherzogtum zu beobachten gewesen. Ein Karomuster aus Nebelschwaden sei bei blauem Himmel erkennbar gewesen.

Die zuständige Petitionskommission der Chamber muss erst entscheiden, ob die Petition zum Unterschreiben freigegeben wird. Ob sich die Abgeordneten näher mit Chemtrails befassen müssen, ist also noch offen. 4500 Unterschriften wären für eine öffentliche Debatte notwendig.

Der Wetterexperte Jörg Kachelmann zerpflückt die Chemtrails-Theorie:

(jt/L'essentiel)

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