Buenos Aires – Verirrter Wal sorgt für Aufregung
Publiziert

Buenos AiresVerirrter Wal sorgt für Aufregung

Die großen Meeressäuger sind an Argentiniens Küste keine Seltenheit – in einem Hafen mit Luxusjachten in Buenos Aires aber schon. Hunderte wollten den seltenen Gast sehen.

Wird mit jedem Tag schwächer: Der Wal verirrte sich in einen Hafen von Buenos Aires.

Wird mit jedem Tag schwächer: Der Wal verirrte sich in einen Hafen von Buenos Aires.

Keystone

Ein Wal hat sich in den Hafen eines wohlhabenden Stadtteils von Buenos Aires verirrt und unter den Bewohnern der Millionenstadt für Aufregung gesorgt. Über Facebook und Twitter verbreitete sich die Nachricht von der Sichtung des Tieres am Montag wie ein Lauffeuer, Hunderte Menschen strömten zur Uferpromenade entlang einem Kanal in dem Viertel Puerto Madero.

Dort tauchte der Wal immer wieder neben den vor Anker liegenden Luxusjachten auf. Ein Boot der Hafenpolizei versuchte, das verirrte Tier in den anschließenden Fluss Rio de la Plata zu locken, der wiederum in den Atlantik mündet.

Die Behörden legten sich noch nicht fest, um welche Art Wal es sich handelte. Doch der wissenschaftliche Direktor des argentinischen Walschutzinstituts, Mariano Sironi, sagte, es sehe ganz nach einem Buckelwal aus.

Orientierung verloren

Wale verlieren laut Sironi manchmal die Orientierung und schwimmen dann Flüsse hinauf. Anschließend benötigen sie häufig Hilfe, um den Weg zurück in den Ozean zu finden. Ein Süßwasserbecken wie dasjenige des Hafens in Buenos Aires kann die Haut der Wale angreifen, auch der Auftrieb des Salzwassers fehlt den Meeressäugern. Zudem gibt es in diesem Gewässer nichts zu essen für einen Wal. Sironi sagte deshalb, man dürfe keine Zeit verlieren, um den seltenen Gast zurück in den Atlantik zu lotsen. «Mit jedem Tag wird er schwächer und in schlechterem Gesundheitszustand sein.»

Die Menschen in Puerto Madero waren dennoch begeistert von dem Wal. «Wir waren zu Hause und aßen Mittag, als wir es in den Nachrichten sahen», erzählte die Lehrerin Rosana Saavedra, die mit ihrem Mann und ihrer Tochter in das Hafengebiet kam. «Dann haben wir gesagt: «Wir müssen das selbst sehen.»

(L'essentiel/chk/dapd)

Deine Meinung