Stahlwerk in Schifflingen – Verkauf steht nicht zur Debatte
Publiziert

Stahlwerk in SchifflingenVerkauf steht nicht zur Debatte

SCHIFFLINGEN - Nichts weist darauf hin, dass das Stahlwerk von ArcelorMittal in Schifflingen wieder produzieren könnte. Doch ein Verkauf wie in Florange kommt nicht in Frage.

Das Modell für Florange oder Lüttich kommt für Schifflange nicht in Frage.

Das Modell für Florange oder Lüttich kommt für Schifflange nicht in Frage.

Editpress

«Wir müssen leider feststellen, dass ArcelorMittal seine Strategie eines eindgültigen Aus' für den Standort in Schifflingen weiterverfolgt.» Mit diesen Worten kommentiert die Gewerkschaft LCGB ein Treffen mit dem Stahlriesen, Gewerkschafts- und Regierungsvertretern am Freitag in Luxemburg.

Daraus ging auch hervor, dass eine eventuelle Rettung «à la française» für ArcelorMittal keine Option darstellt. Während die französische Regierung einen neuen Investor für das stillgelegte ArcelorMittal-Werk in Florange sucht, steht ein Verkauf in Luxemburg nicht zur Debatte. Auch in Lüttich wird über neue Investoren für ArcelorMittal-Anlagen diskutiert.

ArcelorMittal lehnte einen Verkauf des «auf unbestimmte Zeit» stillgelegten Stahlwerks in Schifflingen nach Angaben des Gewerkschafters Jean-Claude Bernardini vom OGBL strikt ab.

2013 arbeitet in Schifflingen niemand mehr

Die Gewerkschaften gehen auf Grund eigener Analysen davon aus, dass das Stahlwerk in Schifflingen weiter rentabel produzieren könnte. Dafür seien laut Bernardini Investitionen - je nach Szenario - zwischen 5 und 70 Millionen Euro nötig. Ein Bericht der Regierung zeige ebenfalls, «dass die Schließung des Werks in Schifflingen ebenso wie die heruntergefahrenen Produktion in Rodingen nichts mit der Wirtschaftlichkeit des Standorte, sondern mit der aktuellen Strategie von ArcelorMittal zu tun hat». Dies schreibt die Gewerkschaft LCGB in einer Mitteilung.

ArcelorMittal rechtfertigt sein Vorgehen mit der Situation auf dem Stahlmarkt. «Die Nachfrage für Langstahl in Europa ist um mehr als 25 Prozent unter das Niveau
von 2007 gefallen. Diese Fakten führten ArcelorMittal zur Entscheidung, die Produktion
anzupassen.» Das Stahlwerk produziert seit Anfang Oktober 2011 nicht mehr. Im März war der Stillstand auf «unbestimmte Zeit» verlängert worden.

Ab Januar wird in Schifflingen gar nicht mehr gearbeitet. Die derzeit noch betriebene Drahtstraße stellt zu Jahresbeginn ihre Produktion definitiv ein.

(sb/L'essentiel Online)

50 Arbeitsplätze weniger in Bettemburg

In den kommenden Monaten soll das Personal im Werk von ArcelorMittal Bettemburg um gut 50 Personen reduziert werden, wie die Gewerkschaft LCGB naxch der Sitzung mit ArcelorMittal mitteilt. Die Arbeitskräfte sollen in anderen Werken des Stahlkonzerns eingesetzt werden, vor allem in Bissen. Das Produktionsvolumen für die Komponenten von Photovoltaik-Zellen in Bettemburg liege derzeit deutlich unter den Vorhersagen.

Deine Meinung