Stock-Car-Rennen – Verrückter Sport mit Tradition in Luxemburg

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Stock-Car-RennenVerrückter Sport mit Tradition in Luxemburg

LUXEMBURG – Schieben, drängeln, rammen – was man als Autofahrer auf der Straße eher vermeiden sollte, gehört beim Stock-Car-Sport zum guten Ton.

Schlamm und Kies spritzen umher, Autos werden von der Strecke katapultiert, überschlagen sich – und überall sieht man johlende Menschen. Nein, das ist kein normales Autorennen. Das ist der Stock-Car-Sport. «Man muss schon ein bisschen verrückt sein. Aber wenn man einmal infiziert ist, bleibt man auch dabei», sagt Sven Frank, der Pressebeauftragte der «Fédération luxembourgeoise du Stock-Cars» (FLSC).

Beim Saisonfinale der Kollisions-Meister aus dem Großherzogtum Ende September kamen über 2000 Zuschauer nach Schüttringen. Die Luxemburger mögen diesen amerikanischen Sport. Er hat hier auch Tradition. «Zusammen mit Frankreich war Luxemburg das erste Land in Europa, dass Stock-Car-Rennen veranstaltet hat. Das war bereits in den 60er Jahren», erzählt Frank.

Vater gegen Sohn

Schnell entwickelte sich eine Szene. Erste Vereine wurden gegründet. Die Zuschauer kamen in Massen auf die Veranstaltungen. 1969 wurde die FLSC gegründet. «Man kann einfach Dinge machen, die man so im Alltag nicht machen kann. Außerdem ist der Sport nicht an ein bestimmtes Alter gebunden», sagt Frank. Beim Blick auf das Starterfeld bestätigt sich diese Aussage: In der Meisterschaft waren die Fahrer dieses Jahr zwischen 18 und 65 Jahre alt. Es gab auch Teams, in denen Vater und Sohn fuhren.

Obwohl es spektakulär zur Sache geht, gibt es dennoch kaum Verletzungen. Und auch die Autos halten länger durch, als man auf den ersten Blick vermuten könnte. «Die meisten überleben schon eine Saison. Bei guter Pflege und viel Liebe können es auch zwei, drei Jahre sein», erklärt Frank schmunzelnd.

Am Samstag, 31. Oktober, werden die Luxemburger Meister in den verschiedenen Klassen ab 20 Uhr im «Café du Château» in Pettingen/Mersch geehrt.

(Henning Jochum/L'essentiel)

Die Luxemburger Meister

Klasse 1 (2800ccm)

Einzel: Yves Pastoret (Tornado Team Hamm)

Team: Tornado Team Hamm

Klasse 2 (2000 ccm)

Einzel: Christian Denzer (Auto-Cross und Stock-Car Team Olsen

Team: Motorsportclub Kayl

Einsteigerklasse

Einzel: Dwain Denell (Motorsportclub Kayl)

Punktesystem

Die Fahrer bekommen pro abgeschlossene Runde einen Punkt gutgeschrieben. Lukrativer ist allerdings, wenn man einen Kontrahenten um mindestens 90 Grad dreht oder ihn aufs Dach legt. Das gibt vier Punkte. Wer die meisten Zähler hat, gewinnt.

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