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Coronavirus in LuxemburgVersicherungsprämien werden nicht gesenkt

LUXEMBURG – Die Anzahl der Verkehrsunfälle und Einbrüche ist in den vergangenen Wochen deutlich zurückgegangen. Werden die Versicherungen deshalb ihre Preise senken?

«Es kommt nicht auf die Anzahl der Schadensfälle an, sondern auf deren Schwere», erklärt Marc Hengen, delegierter Leiter der Vereinigung der Versicherungsgesellschaften.

«Es kommt nicht auf die Anzahl der Schadensfälle an, sondern auf deren Schwere», erklärt Marc Hengen, delegierter Leiter der Vereinigung der Versicherungsgesellschaften.

© Editpress / Didier Sylvestre

Seit Beginn der Coronakrise hat es im Großherzogtum einen Rückgang der Verkehrsunfälle und der Einbrüche gegeben, wie die Polizei feststellen konnte. Aber soll das etwa heißen, dass Versicherungsunternehmen ihre Preise senken werden?
Die Antwort auf diese Frage scheint eher negativ auszufallen. «Es kommt nicht auf die Anzahl der Schadensfälle an, sondern auf deren Schwere», erklärt Marc Hengen, delegierter Leiter der Vereinigung der Versicherungsgesellschaften. Ein schwerer Unfall könne zum Beispiel einer Versicherungsfirma bis zu fünf Millionen Euro kosten. Während mittlerweile «bekannt ist, dass im Winter mehr Autounfälle und im Sommer mehr Motorradunfälle passieren», müssen die Firmen trotzdem langfristig vorausplanen. Außerdem habe die aktuelle Krise auch für Versicherungsunternehmen «negative Auswirkungen», wie Foyer L'essentiel gegenüber mitteilte.

Weiterbelastung der Gesundheitsmaßnahmen

Wie Finanzminister Pierre Gramegna betont, hätten Versicherungsfirmen die staatliche Obligationsanleihe von 2,5 Milliarden Euro «aktiv» aufgenommen, um das Coronavirus zu bekämpfen und «der nationalen Wirtschaft zu helfen, diese Krise zu überwinden». Außerdem müssten während der Eindämmung noch weitere Aspekte in Betracht genommen werden – unter anderem die Preiserhöhung der Ersatzteile aufgrund potentieller Lieferungsschwierigkeiten bei Autohändlern, wie Hengen betont.
Doch für Philippe Mersch, Präsident des Autohändlerverbands Fedamo (Fédération des Distributeurs Automobiles et de la Mobilité) handele es sich hier nur um Einzelfälle. «Wir haben keine Information über eine Preiserhöhung für Ersatzteile», sagt er. Momentan hätten die meisten Autohändler kein Problem, Ersarzteile zu bekommen.

Darüber hinaus müssten Autofahrer damit rechnen, dass ihre Versicherung die Kosten der von den Garagisten eingeführten Sanitärmaßnahmen werden tragen müssen. Dabei handelt es sich um die zweifachige Desinfektion der Fahrzeuge, jeweils beim Abgeben und beim Abholen vom Kunden in der Werkstatt», sagt Fedamo-Berater Frank Lentz. «Die Kosten für diese Maßnahmen über einen längeren Zeitraum hinweg sind beträchtlich. Dennoch hat der Verband keine Anweisungen gegeben», sagt Mersch. Es sei daher nicht ausgeschlossen, dass diese Dienstleistung dem Autohändler/der Werkstatt in Rechnung gestellt wird auch wenn dies derzeit nicht der Fall sei.

(ol/L'essentiel)

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